1860 hat das Siegen verlernt

von Redaktion

Letzter Löwen-Dreier im Dezember – Die Gründe sind vielfältig

Frust bei Volland (li.) & Niederlechner. © Wagner/Imago

München – Punktgewinn ist nicht gleich Punktgewinn. Nach dem 2:2 gegen Alemannia Aachen gingen die Löwen mit hängenden Köpfen zu den Fans. Anders als bei den 1:1-Unentschieden gegen die Top-Teams aus Essen und Osnabrück fühlte sich das Remis gegen das Kellerkind aus Aachen eher wie eine gefühlte Niederlage für die Sechzger an. „Das 2:2 ist eine Enttäuschung, wir haben uns mehr erhofft und erwartet“, haderte Patrick Hobsch nach dem dritten sieglosen Spiel in der Rückrunde. Der letzte Sieg des TSV 1860 liegt sieben Wochen zurück – 2:1 beim FC Ingolstadt.

Aus vier Punkten Rückstand auf den Aufstiegs-Relegationsrang sind mittlerweile sieben Zähler geworden. Als einziges Top-8-Team der 3. Liga wartet 1860 noch auf den ersten Sieg in 2026. Hobsch erklärte mit Blick auf die Tabelle: „Wir wissen alle, dass wir nur mit Unentschieden in der Tabelle nicht vorankommen.“ Doch wieso treten die Löwen seit dem Jahreswechsel auf der Stelle? Unsere Zeitung nennt die Gründe:

■ Das Tempo fehlt

Was sich schon die komplette Saison abzeichnet, wurde nach der Verletzung Sigurd Haugens in Ingolstadt unübersehbar: Die Löwen tun sich schwer im offensiven Umschaltspiel, da das vorhandene Offensivpersonal nicht gerade für seine Schnelligkeit bekannt ist. Umso wichtiger, dass Haugen nun gegen Aachen (2:2) ein vielversprechendes Comeback feierte.

■ Defensive Aussetzer

War der Gegentreffer gegen Essen unglücklich, waren die weiteren drei nach dem Jahreswechsel durchaus vermeidbar. In Osnabrück ließ die 1860-Defensive den kopfballstarken Bjarke Jacobsen sträflich alleine. Gegen Aachen leisteten sich Kevin Volland und Philipp Maier nacheinander kapitale Abspielfehler, ehe Maier seinen Gegenspieler im Strafraum foulte. Der 2:2-Endstand von Mika Schroers war zweifelsohne aus der Kategorie „Traumtor“. Allerdings bekam der Aachener auch nur höflichen Geleitschutz durch das Löwen-Mittelfeld.

■ Dünne Bank

Die Verletztenliste lang, die Club-Kassen leer. Schlechte Voraussetzungen für den Aufstiegskampf. 1860-Coach Markus Kauczinski hatte anders als seine Trainerkollegen die Ersatzbank zum großen Teil mit unerfahrenen Spielern, teilweise aus der U19, besetzt. Bezeichnend: Gegen Essen wechselte Kauczinski erstmals nach 74, in Osnabrück nach 70 Minuten.

■ Mangelnde Kreativität

Gaben die Löwen gegen Essen noch zehn Schüsse auf den gegnerischen Kasten ab, waren in Osnabrück und gegen Aachen eher selten große Torchancen zu bestaunen. „Wir müssen wieder besser in Abschlusssituationen kommen“, weiß auch Hobsch. Derzeit sind die Sechzger zu häufig abhängig von genialen Momenten der Mittelfeld-Strategen Volland und Thore Jacobsen.

■ Keine Neuzugänge

Logisch: Der von Ex-Geschäftsführer Christian Werner zusammengestellte Kader versprach großes Potenzial. Allerdings fehlen zahlreiche kaum ersetzbare Stammspieler wie Tunay Deniz oder Jesper Verlaat seit langer Zeit. Ersatz konnten (oder wollten) die Sechzger im Winter nicht verpflichten.MARCO BLANCO UCLES

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