Christian Schmid (re.) mit Musiala bei der EM 2024.
In Augsburg gescheitert: Sandro Wagner. © Rudel/Imago (2)
München – Sandro Wagner (38) legt seine Karriere in neue Hände – und zwar in jene, die schon Jamal Musiala zum zur Superstar und Werbeikone gemacht haben. Der Trainer lässt sich nun von Star-Berater Christian Schmid betreuen. Aber nicht unter dessen Agentur 11Wins, sondern unter der Marke Sideline. Für Wagner fügte der 42-Jährige noch dessen Initialen SW zum Firmennamen hinzu, wie seit Kurzem auf transfermarkt.de zu sehen ist.
Mit Schmid erhofft sich Wagner eine Karriere-Kick nach seinem schnellen Aus als Coach des FC Augsburg. Nach nur drei Siegen aus zwölf Spielen war Schluss. Der frühere Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zu diesem Zeitpunkt einen Punkteschnitt von 0,93 erreicht. Im Gedächtnis blieben vor allem Wagners riskante Spielweise und seine knackigen Sprüche. „Ich sehe es nicht, dass wir weniger Qualität haben als Bayern“, sagte er beispielsweise nach dem 2:3 gegen die Münchner.
Der Trainer Wagner, der sein Herz auf der Zunge trägt, und der verschwiegene Anwalt Schmid – das passt offenbar gut zusammen. „Qualifikation, Fleiß, Kontinuität und Leidenschaft: das sind nach Überzeugung von Christian Schmid die Grundpfeiler des Erfolgs. Werte wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Integrität und Hilfsbereitschaft sind ihm wichtig und prägen sein tägliches Handeln“, so wird der ehemalige Stürmer, der seine Karriere (unter anderem 1860 München II, Trier, Ismaning, Ulm) mit nur 26 Jahren verletzungsbedingt beenden musste, auf der Homepage der Anwaltskanzlei Duvinage beschrieben. „Aus Situationen lernen, Chancen erkennen und eine reflektierte Betrachtungsweise: all dies ermöglicht es ihm, auch komplexe Sachverhalte und die Ideen ‚seiner‘ Sportler bestmöglich für diese zu gestalten und umzusetzen.“
Der ausgebildete Wirtschaftsmediator Schmid gilt in der Branche als knallharter Verhandler. Sein bislang größter Coup war die Vertragsverlängerung von Musiala beim FC Bayern vor rund einem Jahr. Der offensive Mittelfeldspieler soll laut „Bild“ mit seinem Arbeitspapier an einem Gehalt von bis zu 30 Millionen Euro kratzen. Zudem ist Schmids Fachanwaltsausbildung für Medien- und Urheberrecht in der Vermarktung seiner Mandanten Gold wert.
Mit ihm möchte auch Wagner wieder ins große Fußballgeschäft zurückkommen.P. KESSLER, H. RAIF