Unter Veljko Paunovic (re.) schaffte Michael Olise beim englischen Zweitligisten FC Reading den Durchbruch. © Derry/Imago
München – Michael Olise ist der Inbegriff des perfekten Transfers für den FC Bayern. Im Sommer 2024 verpflichtete der Rekordmeister den Offensivspieler für eine vergleichsweise kleine Ablösesumme von 53 Millionen Euro von Premier-League-Club Crystal Palace. Beim Rekordmeister entwickelte sich der Franzose zum Superstar – mit einem Marktwert von aktuell 130 Mio. Euro.
Dabei wackelte seine Karriere einst. Als U 14-Spieler flog Olise aus dem Internat des FC Chelsea, nachdem er sich dort laut „Kicker“ zu oft mit seinen Mitspielern angelegt hatte. Auch die Nachwuchsabteilung von Manchester City, die ihn anschließend aufnahm, warf ihn nach nur einem halben Jahr wieder raus. Doch der hochbegabte Linksfuß bekam die Kurve. Nach seinem Wechsel zum FC Reading 2017 schaffte er den Durchbruch. Einen großen Anteil daran hat auch Veljko Paunovic, der in der Saison 2020/21 sein Coach beim englischen Zweitligisten war. Unter ihm schlug Olise so richtig ein.
„Wir hatten die Gelegenheit, mit Michael bei Reading zu arbeiten, als er erst 18 Jahre alt war. Und er war in dieser Saison einer der Schlüsselspieler“, erinnert sich der serbische Nationaltrainer im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir haben ihm diese Rolle gegeben – die Rolle eines Spielers, von dem man aufgrund seines Talents und seiner Voraussetzungen mehr verlangen musste.“
Paunovic fand Olises Idealposition, auf der der 24-Jährige auch beim FC Bayern glänzt. „Wir stellten fest, dass er die besten Werte in Bezug auf Tore und Assists hatte, wenn er in einem 4-2-3-1-System als rechter Flügelspieler startete und nach innen zog. Er ist in der Lage, alle offensiven Positionen zu spielen“, erklärt Paunovic und verrät: „Gerade in jüngeren Jahren kam er sogar häufig sehr weit zurück, fast wie eine Sechs, um sich den Ball abzuholen und das Spiel aufzubauen. Das war grundsätzlich gut, aber manchmal neigte er dazu, zu viel Risiko einzugehen, was unseren Spielaufbau beeinträchtigte, weil wir uns dadurch selbst unter Druck brachten.“
Paunovic hat Olises Stärken früh erkannt. „Seine wichtigsten Eigenschaften sind meiner Meinung nach seine Fähigkeit, vertikale Pässe zu spielen, um weiter vorne positionierte Mitspieler zu finden“, so der Ex-Profi (u.a. Atletico und Hannover). „Er assistiert lieber, als selbst Tore zu erzielen, ist aber dennoch ein sehr guter Vollstrecker. Michael übernimmt sehr gerne Verantwortung.“
Paunovic schwärmt noch immer von der Zusammenarbeit mit Olise: „Unser Trainerstab bei Reading betrachtete Michael als ein Projekt; für mich persönlich war es sogar etwas Besonderes, weil ich es liebe, mit jungen Spielern mit Perspektive wie ihm zu arbeiten.“ Inzwischen ist Olise ein Superstar.P. KESSLER, M. BONKE