Der Schnee ist da, Cortina ist bereit. © Kappeler/dpa
Heute Abend wird das Feuer der 25. Olympischen Winterspiele entflammt – und alles ist wie immer: Es wird noch gewerkelt, es gibt Kritiker und viele Theorien, wie die kommenden zwei Wochen verlaufen werden. Das Schöne ist: Keiner weiß es. Und: Am Ende ist es immer noch geworden.
Klar, eine auf fünf Cluster zerstreute Eröffnungsfeier mit kleinen Häufchen von Athleten, das ist nicht das Optimalbild. Aber so ist es dieses Jahr nun einmal und wenn am Samstag die ersten Medaillensieger strahlen, dürfte sich die Aufregung schnell gelegt haben. Die aufwendig produzierten Glanzbilder werden es schon richten, zumal Cortina diese Woche sogar den sehnlichst erwarteten Schnee abbekommen hat. In einem weißen Winterwonderland lässt sich mancher Bauzaun leichter kaschieren.
Überhaupt, es ist nicht alles fertig. Die prestigeträchtigsten Probleme: eine Eishalle in Mailand und die Gondel ins Tofana-Skigebiet in Cortina. Man wundert sich zwar, weil die Vorlaufzeit lang ist, aber dann kehren die Erinnerungen zurück, zum Beispiel an Sotschi 2014. Ganz abgesehen davon, dass die Austragung dort, selbst wenn man versucht Putins politische Aktivitäten danach auszublenden, von ein riesiger Quatsch war, wurden dort sogar Straßen unter den Füßen der Besucher noch fertiggestellt. Von den Hotels und Gondeln ganz zu schweigen.
Weitergedacht, gelangt man bei der Frage an: Wie viel Perfektion braucht Olympia? Scheinbar ziemlich viel. Vermutlich wird auch der Autor dieser Zeilen noch etwas zu meckern haben. Aber unter dem Strich sollte, bei aller berechtigter IOC-Kritik, das im Mittelpunkt stehen, um was es geht: Die fröhliche Zusammenkunft der (Sport-) Welt. Die atemberaubenden Leistungen. Die herzerwärmenden Geschichten der Exoten.
Und selbst wenn mal ein Plan B nötig ist, das werden letztlich die Erlebnisse sein, die man in Erinnerung behält. Deswegen: Lasst die Spiele beginnen! Andiamo, ragazzi!