Abschiedslächeln: Skispringerin Schmid. © Flueeler/dpa
Premiere mit 30: NHL-Star Draisaitl. © Gambarini/dpa
Zum deutschen Team für die Olympischen Winterspiele gehören 185 Sportlerinnen und Sportler. Zwei von ihnen übernehmen bei der Eröffnungsfeier am Freitag eine besondere Aufgabe: Sie tragen die deutsche Fahne. Es sind Eishockey-Spieler Leon Draisaitl und Skispringerin Katharina Schmid.
„Das bedeutet mir wirklich unfassbar viel. Ich fühle mich total geehrt“, sagt Leon Draisaitl. Er und Katharina Schmid hatten bei der Internet-Abstimmung die meisten Stimmen von den Sportfans und den Athletinnen und Athleten bekommen.
Die kritischen Stimmen, ob nicht ein Sportler mit großen olympischen Verdiensten eine bessere Wahlgewesen wäre als der Ausnahmekönner aus der NHL, ließen nicht lange auf sich warten. DOSB-Chef Thomas Weikert sieht dieses Problem nicht. „Es ist eine Auszeichnung, wenn man lange dabei ist. Aber es ist auch eine Auszeichnung, wenn man in Amerika ein Superstar ist“, sagte Weikert am Donnerstag bei einer Pressekonferenz des deutschen Olympiateams in Mailand.
Eishockeystar Draisaitl hatte an den Spielen 2018 und 2022 nicht teilnehmen können, weil die nordamerikanische Profiliga NHL ihre Spieler nicht abgestellt hatte. Nun kommt der einstige NHL-MVP, einer der großen Stars in der stärksten Liga der Welt, mit 30 Jahren zu seinem Olympiadebüt. Bei der Wahl unter deutschen Sportfans und Team-D-Mitgliedern erhielt er in beiden Kategorien die meisten Stimmen, er setzte sich gegen die Olympiasieger Johannes Rydzek (Nordische Kombination) und Tobias Wendl (Rodeln) durch. Und wurde selbst hoch emotional. „Wow. Was für eine Ehre“, schrieb Draisaitl bei Instagram, „das ist ein Höhepunkt meiner Karriere.“
Während Draisaitl im Mailänder San Siro-Stadion die deutsche Delegation anführt, ist Katharina Schmid bei einer der drei kleineren Zeremonien in Predazzo. Was ihr nichts von der Begeisterung nimmt. „Es ist mir eine wahnsinnige Ehre“, schrieb die Oberstdorferin ebenfalls via Instagram. Anders als der Eishockey-Profi blickt die 29-Jährige auf eine lange persönliche Olympia-Historie zurück. 2018 in Pyeongchang und 2022 holte sie jeweils Silber von der Normalschanze. Ihre vierten Spiele werden nun allerdings auch ihre letzten sein. Schmid beendet nach dieser Saison ihre bewegte Karriere. Was für die Allgäuerin das Erlebnis an der Fahne noch einmal spezieller macht. „Ich versuche , das alles aufzusaugen und das richtig zu feiern.“
Schmid hatte sich bei der Abstimmung gegen Snowboarderin Ramona Hofmeister und Bobfahrrin Laura Nolte durchgesetzt. Schmid bekam fast die Hälfte der öffentlichen Stimmen und immerhin 37 Prozent beim gesondert durchgeführten Voting der Athleten. RP/SID/DPA