In Cortina wurden 350 Tiny-Häuser aufgestellt. Nach Olympia sind sie auf Camping-Plätzen zu finden. © IMAGO
Skeleton-Trainer Christian Baude in seinem Zimmer im Tiny-Haus. © Kappeler/dpa
In den Hochhäusern in Mailand ist Platz für 1700 Athletinnen und Athleten. © Matsuo/Imago (2)
Nach den Olympischen Spielen sollen die Zimmer als Studenten-Wohneinheiten genutzt werden.
Cortina/Mailand – Ein gemeinsames Dorf? Gibt es in Italien nicht! Während die Stars und Sternchen vor eineinhalb Jahren bei den Sommerspielen noch wie die Ameisen durch Paris wuselten, teilen sich die Winter-Olympioniken auf fünf Cluster auf. In Livigno, Bormio, Antholz und Predazzo wäre der Begriff „Dorf“ ob der Mickrigkeit irreführend, aber zumindest in Cortina (Fiames) und Mailand gibt es zentrale Athleten-Treffpunkte.
Wobei die sechs monotonen Wohnblöcke im Mailänder Bezirk Porta Romana nicht gerade Esprit versprühen. Früher stand hier ein verlassener Güterbahnhof, jetzt 1400 Zimmer (mit 1700 Betten), die im Anschluss in der teuren Mode-Stadt als Studentenwohnheime genutzt werden sollen. Die Einzelzimmer sind spartanisch: Bett, Schrank, Schreibtisch. Das war‘s. Das Dorf hat eine Größe von 38 000 Qudratmetern – rund 21 Eishockeyfelder. Immerhin: Es gibt Trainings- und Fitnessbereiche zur Vorbereitung und Regeneration.
Etwas lässiger ist der Trailerpark in Fiames, kurz oberhalb von Cortina. 1400 Betten verteilen sich auf circa 350 Container. Aus deutscher Sicht schlafen hier die Ski-Frauen, Rodler, Skeletonis und Bobfahrer. Der Clou: Die kleinen Tiny-Häuser – Kosten: um die 90 000 Euro – sind manövrierbar und werden ihre Zukunft wohl auf Campingplätzen finden. „Die Zimmer sind okay. Ich denke, das reicht vollkommen aus. Es ist warm. Aber man muss sich schon gut mit seinem Zimmerpartner verstehen“, sagt Christian Baude der Welt. Der Skeleton-Bundestrainer teilt sich eines der neun Quadratmeter großen Zimmer mit seinem Assistenten David Lingmann.
Ebenfalls in Cortina befindet sich das Deutsche Haus – im Golfclub, oberhalb des Ortes. Oder wie es der DOSB selbst formuliert: „Ursprünglich, gemütlich – und mitten in der Natur mit Blick auf die dolomitischen Bergketten.“ Wenn das kein Ort ist, um Medaillen zu feiern… Übrigens: Auch in Vancouver (2010) und PyeongChang (2018) war man im einem Golfclub beheimatet.MATHIAS MÜLLER