Letzte Ausfahrt Großaspach

von Redaktion

Kauczinski erhöht Druck – Philipp krank, Haugen in der Startelf?

Darf sich selbst aufstellen: Sigurd Haugen. © IMAGO

München – Markus Kauczinski ist kein Trainer, der um den heißen Brei herumredet. Entsprechend klar fiel sein Urteil aus, als er auf die ersten drei Auftritte des TSV 1860 im neuen Jahr zurückblickte. „Es war okay, ganz in Ordnung – aber in Ordnung ist die kleine Schwester von Durchschnitt“, sagte der Löwen-Coach und erhöhte damit den Druck vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim VfB Stuttgart II deutlich.

Durchschnitt ist das Letzte, was die Löwen sein wollen. Vor diesem Hintergrund stehen sie in Großaspach gehörig unter Zugzwang. Plakativ gesprochen ist es die letzte Ausfahrt auf dem Weg in den Aufstiegskampf: Sieben Punkte beträgt der Rückstand bereits – ein weiteres siegloses Spiel könnte die Träume frühzeitig beenden.

„Der Schlüssel liegt bei uns“, machte Kauczinski klar. Mehr Energie, mehr Spielfreude – und vor allem mehr Risiko nach vorne fordert der 55-Jährige. Zu inkonsequent seien die letzten Auftritte gewesen. „Wir müssen wieder enger zusammenkommen – in jede Richtung.“ Besonders über die Außenbahnen sei das zu wenig gewesen: „Links wie rechts.“

Personell gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer. Sigurd Haugen, beim 2:2 gegen Aachen als Joker auffällig, hat laut Kauczinski „komplett durchtrainiert, Extraschichten gemacht“ – für einen möglichen Startelfeinsatz? „Am Ende ist es seine Entscheidung“, sagte der Trainer. Auch Florian Niederlechner ist erstmals wieder eine Option – wenn auch noch nicht für 90 Minuten. David Philipp hingegen fehlt am Samstag wegen eines Infekts.

Und der Gegner? Kauczinski ist keiner, der zweiten Mannschaften die Daseinsberechtigung abspricht. Stuttgart II habe sich die 3. Liga sportlich verdient, betonte er. „Das ist keine Ansammlung von Jugendlichen, sondern eine abgezockte, eingespielte Mannschaft mit viel Qualität.“ Ausreden will er am Samstag nicht gelten lassen: „Mir ist egal, ob da eine Zwei dahinter steht.“ Entscheidend sei allein, was sein eigenes Team auf den Platz bringe.

„Wir sind an dem Punkt, wo wir liefern müssen“, stellte Kauczinski klar. Das Team sieht er nach vier sieglosen Spielen in der Pflicht. Durchschnitt bringt keinen Aufstieg. Und „in Ordnung“ schon gar keinen zufriedenen Trainer.ULI KELLNER

Artikel 10 von 11