Nössing und Hambüchen mit Schweizer Käse. © Screen
Endlich ist Olympia. Für pflichtbewusste Sportfans gilt das Franz-Beckenbauer-Motto aus den 70ern: „Ich hab in einem Jahr 15 Monate durchgespielt.“ Bis zu 29 Stunden täglich übertragen ARD, ZDF und Eurosport das Schnee-Spektakel aus Italien – beziehungsweise aus Mainz. Dort betreiben die Öffis auf 228 Metern Meereshöhe ihre Lieblingssportart, das Lerchenbergsteigen. Während Eurosport im Schweizer Haus in Cortina das Brotwürfeli ins Fondue taucht, jauchzt Katrin Müller-Hohenstein aus sicheren 700 Kilometern Entfernung: „Ich hab jetzt schon Puls. Oh mein Gott, wird das aufregend!“ Wir haben auch schon Puls. Oh mein Gott, müssen wir uns aufregen!
– Blech für die ARD-Programmplanung: Während in den Alpen der Bär steppt, verschanzen sich die Öffis im gemeinsamen Studio in Mainz. Das soll den Eindruck erwecken, als würde man Gebührengeld sparen – was eh geflunkert ist. Denn dafür verjubelt die ARD den Zaster, indem jetzt mit MDR und BR gleich zwei „Federführer“ fürs Olympia-TV zuständig sind. Was man aus Mainz sendet, ist teilweise auch kurios. Mitten am Samstagnachmittag, während in Italien Eishockey oder Curling laufen, wiederholt das Erste eine halbe Stunde lang die Eröffnungsfeier, weil’s so nett war. Zuschauer sollen ihre Olympiafragen übrigens an fragen@sportschau.de mailen. Wir haben viele Fragen.
– Gold für die Ski-Spezis: Wenn es das Erste nach Italien schafft, macht’s meistens Spaß. Vor allem mit Bernd Schmelzer und seinem Skiflüsterer Felix Neureuther. „Er ist 51 Meter ghupft“, staunt Felix über den Kanadier Crawford. „Der fällt aus dem 3. Stock auf die Stelvio“, rechnet Schmelzer nach und feiert Sieger Franjo von Allmen: „Er fliegt, er fliegt! Frantastisch!“ Felix bejubelt die furchtlosen „Vollriskierer“. Außerdem erfährt man, dass der Franjo seine Konkurrenten durch ohrenbetäubendes Schnarchen schwächt, der Hundling.
– Gold für Eurosport: Birgit Nössing und Fabian Hambüchen zeigen mit ihrer Highlight-Show „FaBi“, wie sich Olympia anfühlen muss. Das Skihütten-Studio steht in Cortina, wo es hingehört. Die ortskundige Bozenerin und ihr Reckskerl feiern mit den Eidgenossen zum Kuhglocken-Soundtrack. Vicky Rebensburg erklärt vor der Nachtkulisse von Cortina den Lindsey-Vonn-Wahnsinn, Skisprung-Haudegen Markus Eisenbichler analysiert die Neigung am Schanzentisch in Predazzo. Grazie, Eurosport!
– Blech für Ingrid: Katrin Müller-Hohenstein hat sich wieder in ihren Bogner-Norwegerpulli „Ingrid“ für 995 Euro geworfen. Norwegerpulli in Mainz, das passt so super wie Winterreifen in Rio. Die KMH ist gewohnt mitteilungsbedürftig und verrät: „Biathlon ist eh toll.“ Weil das ZDF findet, dass Livesport für seine älteren Zuschauer nervlich arg belastend ist, gibt’s als Vorschau zur Frauenabfahrt einen Rosi-Mittermaier-Film sowie Erkenntnisse von Wetterfrosch Özden Terli. Der erklärt, warum es in den Alpen schneit: „Das hat mit dem Wetter zu tun.“ Da staunt KMH: „Das ist ja total abgefahren.“ Als dann Skifahren ist, muss Experte Marco „Büxi“ Büchel zugeben: „Ich hab Emma Aicher heute nicht getroffen, aber ich hab sie gesehen aus der Distanz.“ Fazit: Olympia aus der Distanz, darin sind ARD und ZDF richtig stark.