Italienische Party bei Schweizer Olympia-Sieg

von Redaktion

Von Allmen holt Gold, Franzoni und Paris komplettieren das Podest – Odermatt geschlagen

Silber ging an Franzoni (li.), Bronze an Paris. © Pachoud/AFP

Franjo von Allmen fliegt zu Gold. © Fabrice Coffrini/AFP

Bormio – Ein Olympiasieger ohne Goldmedaille um den Hals? Franjo von Allmen sorgte rasch für Aufklärung. „Die ist schon im Bunker“, sagte der frisch gekürte Abfahrtschampion nach seiner Triumphfahrt am Samstag auf der Pista Stelvio in Bormio, „sonst verliere ich sie nur, ich kenne mich“. Also wurde das wertvolle Edelmetall schnell in Sicherheit gebracht, schließlich bedeutete es den vorläufigen Höhepunkt einer außergewöhnlichen Laufbahn – die vor sieben Jahren kurz vor einem jähen Ende gestanden hatte.

17 Jahre alt war Franjo von Allmen, als unerwartet sein Vater verstarb. „Das war sehr hart für mich“, erinnerte sich der Schweizer einst in einem Interview im Tagesanzeiger. Zumal durch den Tod des Vaters plötzlich das Geld fehlte, um die Karriere als Skirennfahrer zu finanzieren. Dank einer Crowdfunding-Kampagne rettete sich der gelernte Zimmermann durch eine weitere Saison – und schaffte es dann in die Schweizer Nationalmannschaft.

Im Sommer arbeitet der 24-Jährige gelegentlich noch auf Baustellen, auch wenn er „jetzt nicht mehr so viel Zeit dafür“ hat.

Sein Durchbruch gelang von Allmen vor einem Jahr bei der WM in Saalbach-Hinterglemm, als er, ohne je zuvor einen Weltcupsieg in dieser Disziplin geholt zu haben, zu Gold in der Abfahrt fuhr – und anschließend auch den Titel in der Team-Kombination gewann.

In Bormio tat er das abermals in seinem tollkühnen Stil, mit dem er seinem Kumpel und Landsmann Marco Odermatt sieben Zehntelsekunden abnahm und die italienischen Lokalmatadoren Giovanni Franzoni (+0,20 Sekunden) und Dominik Paris (+0,50) auf die weiteren Medaillenränge verwies. Simon Jocher belegte abgeschlagen Rang 21.

Für Odermatt reichte es hingegen nur zum vierten Platz, zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen konnte sich der sichtlich geknickte viermalige Gesamtweltcupsieger einen Traum nicht erfüllen: In Kitzbühel hatte er den heiß ersehnten Abfahrtssieg auf der Streif um 0,07 Sekunden hinter Franzoni verpasst. „Vierter bei Olympischen Spielen ist schon scheiße“, sagte er am Samstag gefrustet.“

Die nächste Chance bietet sich ihm am Mittwoch (11.30 Uhr, ARD und Eurosport) beim Super-G.SID

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