Da bebt der Golfclub

von Redaktion

Das Deutsche Haus erlebte am Sonntag die erste große Olympia-Party

Langenhan cool, Freundin Susi mit der Medaille. © May/dpa

Aicher mit Silber dekoriert. © Instagram

Partyalarm im deutschen Haus: Der frisch gebackene Olympia-Sieger Max Langenhan hat sich einen großen Schluck verdient. © Fromm/Imago

Cortina – Es war die erste große Medaillen-Party im Deutschen Haus – und was für eine! Als Gold-Rodler Max Langenhan sich um 22.18 Uhr bei seinem „Medal-Walk“ den Weg durchs Fanspalier bahnte, bebte der Golfclub oberhalb von Cortina. „Ich weiß nicht, wem ich gerade das Bier weggetrunken habe, aber ich habe es einfach an der Bar eingesammelt, weil ich echt ein bisschen Brand hatte“, sagte der 26-Jährige auf der Bühne. „Ich habe auch Hunger, aber ich glaube, heute wird sich flüssig ernährt.“ Begonnen hatte der Abend gegen 18 Uhr mit Emma Aicher (Abfahrtssilber) und den Biathleten (Mixed-Staffel-Bronze). Unsere Zeitung war hautnah dabei.

18 Uhr: Emma Aicher serviert ihren Eltern und Freunden ein Runde Aperol. Kurz darauf läuft am TV hinter ihrem Tisch eine Rennzusammenfassung. Beim Sturz von Konkurrentin Lindsey Vonn kann und will die 22-Jährige gar nicht hinschauen.

18.24 Uhr: Die Liveschalte zum Biathlon-Bronze-Team klappt nur für einen kurzen Augenblick. Mehrere Handys werden ausprobiert, aber es gibt keine Verbindung.

19.34 Uhr: Frenetischer Applaus brandet auf, Rodler Max Langenhan fährt über die Ziellinie – Gold!

19.40 Uhr: Das Klatschen geht weiter.Medal-Walk von Aicher zum Song „Emma, Emma“. Die 22-Jährige lacht und ist fast so überwältigt wie ihr Handy ob den vielen Nachrichten „überfordert“.

20.21 Uhr: Der Hacklschorsch ist da – bei seinen Freunden im Kufenstüberl statt bei seinem eigenen Silber-Rodler – und zuvor am Tisch mit Ex-IOC-Präsident Thomas Bach und IOC-Mitglied Michael Mronz.

20.50 Uhr: Auftritt der Enttäuschten. Lisa Loch kommt mit ihren zwei Söhnen. Die Tribüne war so voll, dass die Familie von Felix Loch am Sonntag leider nicht im Zielbereich zugelassen wurde.

22.18 Uhr: Max ist da! Leert das erste Bier auf dem Weg zur Bühne und ordert an der Bar für seine Crew Negroni. „Es gibt so viele Menschen in diesem Raum, die diese Medaille verdient hätten“, sagt Langenhan. „Ich würde sie am liebsten in tausend Stücke teilen.“

Dass der frühere Doppelsitzer-Fahrer („Ich war anfangs zu klein und zu leicht“) jetzt Olympia-Gold und sechs WM-Titel besitzt, hat er unter anderem seinem jüngst verstorbenen Jugendtrainer Uwe Lehmann zu verdanken. Auch ihm widmete der Showman den Cortina-Coup.

Zudem ist der Thüringer – zwischendrin wird das Rennsteig-Lied von Herbert Roth intoniert – extrem akribisch. Ob es stimmt, dass er sich Läufe bis zu 1000-mal im Bett ansieht, während seine Freundin neben ihm liegt, wollte Moderator Matthias Killing wissen?

„Also“, setzte Langenhan an und blickte zu Susanne hinüber, „es liegt wirklich nicht am Aussehen, sie ist sehr, sehr hübsch. Aber ich bin ein ganz schlimmer Perfektionist.“ Bis zur Teamstaffel am Donnerstag muss sie noch zurückstecken, das „nächste halbe Jahr“ gehöre er an dann ganz ihr.MATHIAS MÜLLER

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