Cortina – Auch Christiane Schenderlein (44) als Sportministerin die oberste deutsche Olympia-Politikerin war am Sonntagabend im Deutschen Haus. Unsere Zeitung hat die 44-Jährige gesprochen.
Frau Schenderlein, es sind Ihre ersten Spiele als Sportministerin. Aber ist es auch Ihre Olympia-Premiere?
Bislang war ich noch nie live, sondern immer „nur“ am TV dabei. Ich weiß auch, wie es sich anfühlt, auf Ski oder Langlaufski zu stehen, aber meine Erfahrungen beschränken sich auf freizeitliche Aktivitäten.
Sind Sie als Politikerin in Cortina oder dürfen Sie auch Fan ein?
Bei den Wettkämpfen, da bin ich Fan. Der letzte Durchgang von Max Langenhan zum Beispiel, das war so ein starker Moment. Das reißt einen mit, da kann man nicht anders, als mitzufiebern. Parallel bin ich auch Politikerin, weil man hier viele politische Vertreter vor Ort trifft. Für mich ist es, mit Blick auf die deutsche Sommerbewerbung, zudem ein wertvoller Input, das Konzept hier mit eigenen Augen zu sehen.
Sie haben vor dem Start gesagt, dass sich Leistungssport an der Medaillenausbeute misst. Am Sonntag regnete es Gold, Silber und Bronze. Zufrieden?
Auf jeden Fall, das war ein super Start. Die Sportfachverbände und wir werden das Abschneiden am Ende analysieren und die Erkenntnisse in das neue Sportfördergesetz, das wir gerade auf den Weg bringen, einfließen lassen.
Zwischen Platz zwei und fünf liegen oft wenige Hunderstel oder sogar nur Tausendstel. Darf sich das neue Gesetz wirklich nur am Podest orientieren?
Wir wollen das Leistungsprinzip nach oben stellen und erfolgreicher werden – im Sommer, im Winter und bei den World Games. Im Winter und auch bei den World Games sind wir bereits sehr, sehr erfolgreich. Wir wollen vor allen Dingen bei den Sommerspielen besser werden. Und im Leistungssport ist es eben so, dass Medaillen zählen, auch wenn es um die Winzigkeit von Hundertsteln geht. Das gilt schließlich für alle Nationen und die Konkurrenz schläft nicht. Natürlich erkennen wir auch gute Platzierungen an, aber über Edelmetall freuen wir uns besonders.
INTERVIEW: MATHIAS MÜLLER