Defensivstark im Topspiel: Die Tölzer mit Torwart Matthias Bittner machten es Deggendorf schwer. © Oliver Rabuser
Bad Tölz: Die Löwen schlagen derzeit alle, knacken die 100-Punkte-Marke und sichern sich Rang drei. Am Freitag besiegten sie Spitzenreiter Deggendorf mit 3:2 – zum ersten Mal seit sieben Jahren –, am Sonntag hielten sie Verfolger Selb mit 5:2 auf Distanz. Allerdings fehlt zum einen Spieler des Monats Michael Keränen mit Gehirnerschütterung aus dem Sieg gegen Memmingen. Zum anderen kassierten Alexander Fichtner (Geste gegen Deggendorfer Fans, nachdem er einen Ellbogen in die Zähne bekommen hatte) und Andreè Hult (Bandencheck) große Strafen. Karel Klikorka hatte zwar einen Schläger ins Gesicht bekommen und musste genäht werden. Doch gegen Selb spielte er wieder. Gegen die Wölfe musste Ludwig Nirschl mit einer Schulterverletzung raus. Er ist aber bald wieder einsatzbereit. In dieser Verfassung fiebern die Löwen bereits den Playoffs entgegen, die sie mit einem Heimspiel beginnen. Trainer Axel Kammerer: „Wir haben großen Siegeswillen und viel Selbstvertrauen. Wir sind bereit.“ NIC
Peiting: Erst einen Verfolger distanziert und danach einen anderen näher kommen lassen. Der EC Peiting zeigte Höhen beim 4:2-Heimsieg gegen Höchstadt und Tiefen bei der 1:6-Auswärtspleite in Füssen. „Nach dem ersten Gegentor gab es wieder einen Zusammenbruch mit drei weiteren Gegentoren. Leider hat da meine Auszeit auch nicht geholfen“, meinte ECP-Coach Lanny Gare zu der fatalen Schwächephase seiner Truppe im Mittelabschnitt, als sie vier Treffer in nicht einmal vier Minuten kassierte. Gegen Höchstadt lieferten die Peitinger eine kämpferisch gute Partie ab. Bestnoten verdiente sich dabei Goalie Tommi Steffen, der auch kommende Saison den ECP-Kasten hüten wird. Die Vertragsverlängerung beim Torhüter war aber nicht die einzige Personalentscheidung, die bekanntgegeben wurde. Auch der Trainer bleibt. „Ich fühle mich hier wohl“, bekannte Gare, der für den Saisonendspurt Verstärkung bekommt. Vom Ligakonkurrenten aus Erding wechselt Moritz Köttsdorfer zum ECP. RH
Erding: „Die Tabelle lügt halt nicht“, seufzte Erdings Trainer Thomas Daffner nach dem zweiten Null-Punkte-Wochenende in Folge. Die Gladiators sind nach den Niederlagen in Selb (3:7) und gegen Memmingen (3:5) jetzt abgeschlagenes Schlusslicht. Auf den Tabellenvorletzten Füssen fehlen bereits sieben Punkte – und von den Pre-Playoffs spricht ohnehin keiner mehr. Es war eigentlich alles wie immer: Der Aufsteiger hält gut mit, bringt sich aber letztlich durch individuelle Fehler in der Defensive oder Unvermögen in der Offensive um die Punkte. In Selb verkürzten die Gladiators auf 3:5 und hatten eine fast zweiminütige 5:3-Überzahl, die nichts einbrachte. Gegen Memmingen führten die Erdinger 3:1 und ließen sich dann zweimal anfängerhaft auskontern. Beim 3:4 fehlte dann die Zuordnung, und das 3:5 war ein Empty-Net-Goal. Einen Abgang haben die Gladiators mit Moritz Köttstorfer auch zu verzeichnen. Er spielt am Sonntag zwar noch mal in Erding, allerdings im Trikot des EC Peiting. WK
Riessersee: Am Wochenende gab es für den SCR zwei verdiente Niederlagen mit 2:5 – erst in Passau, dann daheim gegen Stuttgart. „Ich habe von meiner Mannschaft von 60 Minuten im Heimspiel nur fünf gute gesehen – das waren die letzten fünf“, polterte Trainer Markus Jocher. „Wir wollen zu viel zaubern. Verschiedene Spieler haben es noch immer nicht kapiert, dass die Zauberei nicht mein Spiel ist. Das hat sich schon seit Saisonbeginn eingeschlichen. Das bringe ich jetzt nicht mehr heraus. Das einzige was ich tun kann ist: Wer zaubert, der muss jetzt zuschauen! Wer jetzt den Weg nicht versteht in den letzten sechs Spielen, dem kann ich leider nicht helfen. Dann zweifle ich an seiner Intelligenz!“
Der SCR hat in den vergangenen fünf Heimbegegnungen nicht gepunktet. Jochers Marschroute: „Die letzten Spiele, die ich noch habe, werde ich mit den Spielern spielen, die es wert sind, das Trikot zu tragen. Der Rest sollte sich besser überlegen, ob er sich nächstes Jahr eine Arbeit sucht.“ TF