Und wieder droht die Tribüne

von Redaktion

Welche Personalien Bayern-Coach Vincent Kompany in den kommenden Wochen plant

Finsterer Blick: Leon Goretzka wird sich darauf einstellen müssen, dass er in den kommenden Wochen wenig Einsatzzeit bekommt. © IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

München – Wenn Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany bei Pressekonferenzen plötzlich auf Englisch antwortet, wissen die jeweiligen Fragensteller um die Brisanz der Thematik. So geschehen am Sonntagabend nach dem 5:1 (3:1) gegen die TSG Hoffenheim, als der belgische Fußballlehrer auf Minjae Kim angesprochen wurde, der kurzerhand aus dem Spieltagskader geflogen war.

„Jemanden aus dem Kader zu streichen, bedeutet nichts, es ist nur eine Entscheidung, die man treffen muss – es wird weitere geben. Im Februar haben wir viele freie Wochen und müssen die Ausruh-Phasen nutzen. Im März stehen wieder Vollgas-Wochen an“, erklärte Kompany und ergänzte: „Heute war es Minjae. Am Mittwoch werden Sie mich nach jemand anderem fragen. Aber es ist eine gute Situation, weil alle fit sind.“ Damit ließ der Trainer anklingen, was in den kommenden Wochen geplant ist: eine Tribünen-Rotation.

Vor allem in der Hintermannschaft gibt es viele Möglichkeiten, weil Abwehrspieler wie Hiroki Ito oder Josip Stanisic sowohl als Innen- als auch als Außenverteidiger agieren können. Konrad Laimer und Tom Bischof können ebenfalls mehrere Position als Außenverteidiger oder im Mittelfeld bekleiden.

Darum ist Leon Goretzka ein weiterer heißer Kandidat für einen Tribünenplatz. Vielleicht schon am Mittwoch (20.45 Uhr, ARD) im Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig? Seitdem der Mittelfeldspieler verkündete, dass er die Saison zwar in München beenden, im Sommer aber den Verein verlassen wird, stand er keine Minute mehr auf dem Platz.

„Wir haben Vertrauen in Leon und die anderen Spieler. Aber ich glaube, dass du nicht immer hinterherreden musst. Du musst den Jungs schon vorher erklären, in welcher Phase der Saison man sich befindet. Das habe ich als Spieler auch mitgemacht“, lautet die Meinung von Kompany zur Goretzka-Situation. Was er meint: Je weniger Spiele im Februar, desto weniger Minuten können verteilt werden.

Vor allem, wenn ein K.o.-Duell ansteht – wie jetzt gegen Leipzig. Mit einer Pleite könnte der deutsche Rekordmeister den ersten Titel der Saison bereits verspielen. Das soll nicht geschehen, daher gilt das altbekannte Pokal-Motto: Verlieren verboten! „Wir sind seit fünf Jahren nicht mehr in Berlin gewesen. Davor achtmal zwischen 2010 und 2020. Das heißt, wir haben Nachholbedarf!“, erinnert Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und nimmt die Mannschaft in die Pflicht: „Es geht ums Ganze!“

Sportvorstand Max Eberl rechnet mit einer Begegnung auf Augenhöhe: „Es ist ein Duell von zwei Mannschaften, die aktuell nicht ganz ihr Top-Niveau haben. Beide haben gezeigt, wie gut sie Fußball spielen können – aber momentan vielleicht nicht alles richtig machen.“ Im Pokal zählt nur der Einzug in die nächste Runde. M. BONKE, V. TSCHIRPKE, P. KESSLER

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