Philipp Raimunds Olympiasieg war auch für Moderatorin Lea Wagner und Sven Hannawald ein emotionaler Moment. © IOC
Er flog und flog und flog! Oder, wie es die Sportfreunde Stiller auf Rumpel-Italienisch ausdrücken würden: „Telemarko, molto starko.“ Unser Winterliebling Philipp „Hille“ Raimund ist „fabulös“ zu Gold geschwebt, um Fernsehliebling Stephanie Müller-Spirra zu zitieren. Deshalb verteilen wir heute nur LOB (Launiger Olympia-Beifall). Von WUT über „Winterlich untaugliches TV“ keine Spur. Oder höchstens ganz wenig.
– LOB fürs ARD-Skispringen: Nach der Varusschlacht, dem Wunder von Bern und dem WM-Titel 2014 hat uns Erfolgskommentator Tom Bartels zum nächsten deutschen Triumph geführt. „Setz ihn! Und er setzt ihn!“, hat Thommy beim Telemark Mario-Götze-artig gerufen. Okay, das ist geschwindelt, aber Bartels hätte dringend einen Nervenkostümverleih gebraucht: „Ich fasse es wieder mal nicht!“ Hanni Hannawald hat davor mit Hilfe von „Adam Ries“ aus Nördlingen die erforderliche Weite berechnet. Das war unterhaltsam. Moderatorin Lea Wagner hat vor Freude ein Tränchen verdrückt, was an sich nicht die originäre Aufgabe einer Reporterin ist. Aber nur Zyniker wie wir haben sich gedacht: „Heul doch, Lea!“ Sie hat entrückt gelächelt, was allerdings nichts besagt, denn so schaut sie auch nach einem 26. Platz.
– BRAVO fürs Eurosport-Skispringen: Hier steht BRAVO für „Begeisterte Rufe aller vergnügten Olympiafans“. Bei den Wintersport-narrischen Eurosportlern war das Goldgewinnen noch viel zünftiger. Schanzenspezi Markus „Eisei“ Eisenbichler schwärmte vom Esten Kaimar Vagul: „Der spricht super Deutsch, vui besser als ich.“ Den Goldsprung analysierte er mit aller Fachkenntnis so: „Basst basst basst, jo jo jo!“ Ex-Trainer Werner Schuster kritisierte einen flügellahmen Rumänen: „Der tut ja der Luft weh.“ Und Kommentator Gerhard Leinauer feierte den „One hundred eighty“ vom Hille. Das war eine Skihupf-Party mit Puls 180.
– JUBEL für Tom Scheunemann: Jörgs ultimative Bewunderung exzellenter Leistungen sichert sich Eishockey-Kommentator Tom Scheunemann. Er wollte endlich Tempo ins ARD-Rekordreden bringen und ohne Umweg direkt zum nächsten Sport abgeben: „Jetzt geht’s zum Rodeln. Thomas Kunze bitte!“ Wir haben uns so gefreut, zackzack, ein Sport nach dem anderen. Aber nicht mit Frau Sedlaczek! Ja spinnt denn der Scheunemann? Esther Kunze drängte sich resolut ins Bild: „Ich erst mal!“ Dann erklärte sie, dass deutsche Frauen seit dem 30-jährigen Krieg jedes Rodel-Gold gewonnen haben. Anschließend wurde analysiert, und schon waren wieder zwei Minuten ohne Livesport geschafft. Der Olympia-Laberflash der Öffis ist echt irre.
– TOLL für Felix Neureuther: Der Rosi-Bub ist die Totale Olympia-Lieblings-Legende. Von ihm lernt auch Rüdiger aus Ratzeburg gern, wie Skifahren im Originalton klingt. Wir fassen zusammen: „Da Italiener fahrt mit am hoibn Steckn! Des daugt ma, wia da Bua ohne Hackler des Steigerl auffikimmt, wia a untenraus rumzumpft, obwoi’s so zapfig is.“ Beim ZDF würde das so klingen: „Stockbruch, der Einheimische dennoch geschwind die Anhöhe hinauf, zielwärts dufte gefahren, trotz kühler Witterung.“ Sein BR-Beigeordneter Bernd Schmelzer berichtete vor lauter Begeisterung über „Synchronstöhnen aus der Kommentatorenkabine“. Das finden wir MEGA (Maximal erotische Gebirgs-Analyse).JÖRG HEINRICH