NACH PHILIPP RAIMUNDS OLYMPIASIEG

Horngachers goldener Abschied

von Redaktion

Für einen kurzen Moment herrschte auch auf dem Trainerturm emotionaler Ausnahmezustand. Stefan Horngacher herzte seinen Assistenten Andreas Mitter dermaßen überschwänglich, dass einen um den Steirer fast ein bisschen bange werden musste. Es waren die Momente, in denen sich auch beim stoischen Noch-Bundestrainer der deutschen Skispringer alles löste, was sich in den vergangenen Wochen und Monaten angestaut hatte.

Es passt ganz gut ins Bild, dass ihm gerade Philipp Raimund diesen Gold-Coup bescherte. In einer Zeit, in der viele Horngacher vorwarfen, allzu sehr auf die angejährten Größen wie Karl Geiger zu bauen, hielt er eisern an Raimund fest. Bastelte geduldig am Sprung, aber auch an der Herangehensweise des quirligen Schwaben. Seit diesem Sommer ist klar: Es hat sich ausgezahlt.

Raimunds Gold-Coup ist kein Zufallsprodukt. Eine Saison im Dunstkreis der Allerbesten– pünktlich zu Olympia springt er in der Form seines Lebens. Wie hoch das zu bewerten ist, zeigt der Blick in die Historie. Der 25-Jährige ist erst der fünfte Einzel-Olympiasieger in 102 Jahren Winter-Olympia. Horngacher, bislang eher der Verlierer der Saison, ist damit der Abschied durch die Vordertüre schon sicher.

Artikel 1 von 11