Obacht vor den Pokal-Experten

von Redaktion

„Ein Must-Spiel“: Druck auf Kompany-Bayern – ist Leipzig der nächste Spielverderber?

Festgebissen: Freiburg im Viertelfinale 2022/23. © IMAGO

Klatsche gegen Gladbach, 2. Runde 2021. © SVEN SIMON

So sehen Sieger aus: Saarbrücken 2023. © IMAGO

Das (vorerst) letzte Aus: Im Vorjahr setzte es im Achtelfinale ein 0:1 gegen Leverkusen. © Weber/IMAGO

München – Die Aufstellung liest sich wie aus einer anderen Zeit. Wie im Pokal-Viertelfinale an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) gegen RB Leipzig stand Manuel Neuer auch am 4. Juli 2020 im Tor – aber sonst?! Robert Lewandowski vorne, Thomas Müller und Kingsley Coman dahinter, in der Innenverteidigung David Alaba und Jerome Boateng – das war schon eine andere Bayern-Elf, die den bis dato letzten gewonnenen DFB-Pokal in den Berliner Nachthimmel stemmte. 2048 Tage ist das inzwischen her, die Sehnsucht wächst seitdem stetig. Und allen ist bewusst, was Vincent Kompany vor dem erst zweiten Viertelfinale seitdem aussprach: „Es ist ein Must-Spiel!“ Übersetzt: Verlieren verboten!

Als „Nachholbedarf“ hatte CEO Jan-Christian Dreesen die magere Pokal-Bilanz inklusive drei Zweitrunden-Pleiten nach der geglückten Generalprobe beim 5:1 gegen Hoffenheim am Sonntag bezeichnet, der Druck von oben wurde bewusst erhöht. Denn auch wenn Kompany die drei Wettbewerbe – Bundesliga, Champions League und Pokal – nicht in eine Hierarchie einordnen wollte, sagte er: „Meine Rolle ist es zu zeigen, was Bayern sein will. Und das ist, alles zu gewinnen, was wir können.“ Genau dieses Gefühl wolle er am Donnerstag „immer noch haben“. Egal, ob es dafür 90 Minuten, 120 oder noch mehr benötigt: „Wir müssen auf alles vorbereitet sein.“

Dass Leipzig in der laufenden Saison bereits zweimal hoch besiegt wurde (6:0/5:1), mag gut fürs Selbstvertrauen ein. Aber die Gäste kommen als Pokal-Experte mit mindestens genauso breiter Brust daher. Allein in den letzten sechs Spielzeiten stand RB fünfmal im Halbfinale, bei den beiden Siegen 2022 und 2023 konnten die Bayern vom Sofa aus zusehen. Kiel, Gladbach, Freiburg, Saarbrücken und Leverkusen hießen die letzten fünf Spielverderber, zu gerne würde sich die Elf von Ole Werner einreihen. Der RB-Coach schickte sein Team mit den Worten „keiner rechnet damit, dass wir morgen als Sieger vom Platz gehen. Wir tun es schon“ auf die Reise nach München, die am Dienstag noch ohne Chaos vonstatten gehen konnte.

Das große Durcheinander wird dann für den Spieltag erwartet, der MVG-Streik tangiert auch die Teams. Kompany und Co bewegen sich freilich nicht mit der U-Bahn, aber der Trainer verriet: „Wir werden sicherlich auch früher zum Stadion fahren.“ Der Verkehr aus der Stadt wird enorm sein, Besucher müssen Geduld und Nerven mitbringen. Kompany aber versprach: „Ich hoffe, dass die Leistung dann auch da ist für unsere Fans, die sich die Mühe machen, um zum Stadion zu kommen.“ Sie kriegen zwar noch nicht den Pokal zu sehen, aber ein Sieg würde schon reichen.H. RAIF, M. BONKE, P. KESSLER

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