Jens Weißflog ist im Olympia-Fieber. Teilweise verfolgt der 61-jährige Doppel-Olympiasieger von Lillehammer die Spiele sogar im Auto. Den Gold-Coup von Nachfolger Philipp Raimund hat er zu Hause am TV gesehen, nach Predazzo kommt er nämlich erst am Freitag.
Herr Weißflog, was dachten Sie nach dem ersten Durchgang?
Ich habe gehofft, das Philipp die Nerven behält. Nach den Trainingsleistungen haben viele über eine mögliche Medaille spekuliert, aber das war nicht unbedingt zu erwarten. Gold schon gar nicht. Ich freue mich total für ihn. Die Olympiasiegerliste ist erweitert, jetzt sind wir zu fünft.
Die Nerven behalten, wie schafft man das in so einem Moment?
Da klopft einem das Herz bis zum Hals. Aber man muss fokussiert bleiben und Philipp hat auf mich einen sehr konzentrierten Eindruck gemacht. Er hat auch nach dem ersten Sprung nicht überschwänglich gejubelt, sondern nur kurz die Faust geballt. Das war neben zwei perfekten Sprüngen das Erfolgsrezept.
Kann er am Samstag im Einzel nachlegen?
Da ist für mich eher Domen Prevc derjenige, den es zu schlagen gilt. Auch wenn ihn am Montag das für Großereignisse oft typische Favoritensterben erwischt hat.
INTERVIEW: MATHIAS MÜLER; FOTO: IMAGO