RODELN

Auch Bronze glänzt

von Redaktion

Gold-Serie von Wendl/Arlt reißt – bei den Frauen gibt es Silber

Genießt das Spalier im deutschen Haus: Rodlerin Julia Taubitz hat ihr Olympia-Trauma überwunden. © Michael/dpa

Erfolgreiches Duo: Die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl (r.) und Tobias Arlt. © Kappeler/DPA

Komm her, wir haben Silber: Dajana Eitberger (l.) und Magdalena Matschina bejubeln den zweiten Platz. © Kappeler/DPA

Cortina – Erst feierten Dajana Eitberger und Magdalena Matschina mit der Deutschland-Fahne ihre silberne Olympia-Premiere, kurz darauf hüpften die Erfolgsgaranten Tobias Wendl und Tobias Arlt vor Freude durch den Eiskanal. Die deutschen Rodel-Festspiele haben in Cortina d‘Ampezzo in den hochspannenden Entscheidungen im Doppelsitzer mit Silber und Bronze ihre Fortsetzung gefunden.

Nach den Olympiasiegen von Max Langenhan und Julia Taubitz hat das deutsche Team damit schon vier Medaillen aus vier Rennen in Cortina d‘Ampezzo eingesammelt – und der Medaillenrausch könnte am Donnerstag im Teamwettbewerb schon weitergehen.

Den Anfang machten am Mittwoch Eitberger und Matschina, die zu Silber fuhren. Nur 0,12 Sekunden fehlten zu Gold. Eitberger war nach dem Silber-Coup völlig losgelöst. „Es ging schon beim Aufstehen los. Ich war heute sehr emotional, ich habe im Zehn-Minuten-Takt nur geheult. Ich habe die letzten acht Jahre Revue passieren lassen. Da ist unglaublich viel passiert in meinem Leben“, sagte sie in der ARD und ergänzte: „Ich wusste 2022, dass für mich die Reise bis 2026 weitergeht. Da kommt noch mal was ganz Großes. Ich sollte ein Stück weit Recht behalten. Dass es im Doppelsitzer ist, daran habe ich 2022 noch nicht gedacht.“

Eitberger und Matschina mussten sich nur den überragenden Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer geschlagen geben. Bronze ging an Selina Egle und Lara Kipp.

Anschließend rauschten Wendl und Arlt noch vom fünften auf den dritten Platz. Für das Erfolgsduo war damit die nächste Medaille perfekt, auch wenn sich der Traum vom siebten Olympia-Gold nicht erfüllte. „Das ist nicht in Worte zu fassen. Diese Bronzemedaille bedeutet uns alles. Fast mehr als die anderen, weil es so wichtig war“, sagte Wendl.

Am Abend zuvor hatte bereits Rodel-Königin Julia Taubitz zum Song „Die immer lacht“ durchs Spalier getanzt.Das ansteckende Lächeln auf ihren Lippen war dabei nicht zu übersehen. Die Sächsin aus Annaberg-Buchholz strahlt wieder. Vergessen die bitteren Tränen von Peking, wo sie 2022 als Topfavoritin im zweiten Lauf stürzte. „Ich habe viel gewinnt heute, vor Glück. Der Sturz damals hat mich viele Jahre begleitet, aber er hat mich stärker gemacht. Wenn man immer nur gewinnt, lernt man nichts dazu“, meinte die 29-Jährige.

Mit Familie und ihrem Fanclub ließ es die passionierte Motorradfahrerin, die im Sommer statt auf zwei Kufen auf zwei Rädern auf die Rennstrecke möchte, bis nach Mitternacht krachen. „Nur Halbgas wegen der Teamstaffel, danach können wir vielleicht Vollgas geben“, sagte sie.DPA

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