RODELN

Auch Bronze glänzt

von Redaktion

Gold-Serie von Wendl/Arlt reißt – bei den Frauen gibt es Silber

Genießt das Spalier im deutschen Haus: Rodlerin Julia Taubitz hat ihr Olympia-Trauma überwunden. © Michael/dpa

Erfolgreiches Duo: Die sechsmaligen Olympiasieger Tobias Wendl (r.) und Tobias Arlt. © Kappeler/DPA

Komm her, wir haben Silber: Dajana Eitberger (l.) und Magdalena Matschina bejubeln den zweiten Platz. © Kappeler/DPA

Cortina – Der historische Goldlauf der deutschen Rennrodler Tobias Wendl und Tobias Arlt ist vorbei. Das seit 2014 bei Olympia ungeschlagene Doppelsitzer-Duo aus Bayern verpasste bei den Winterspielen den nächsten großen Sieg knapp, durfte sich am Ende eines extrem engen Rennens aber mit der Bronzemedaille trösten – und gehört damit nun zu Deutschlands Rekord-Winterolympioniken.

Gold ging an die Italiener Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner, Silber gewannen die Österreicher Thomas Steu und Wolfgang Kindl. Rekordweltmeister Toni Eggert verpasste mit Florian Müller auf Rang vier das Podest knapp.

Der Goldlauf endete damit zwar, ihre Rekordjagd setzen Wendl und Arlt in Cortina aber fort. Durch Bronze zogen beide mit Rodlerin Natalie Geisenberger (6x Gold, 1x Bronze) in der Liste der erfolgreichsten deutschen Wintersportler gleich – und sie können am Donnerstag mit einer weiteren Medaille in der Teamstaffel die alleinige Bestmarke setzen.

Dajana Eitberger und Magdalena Matschina schnappten sich die Deutschland-Fahne und feierten ihre Silbermedaille bei der spannenden Olympia-Premiere zusammen mit den siegreichen Gastgeberinnen. Die Freude war groß beim deutschen Duo, auch wenn im Doppelsitzer nur 0,12 Sekunden zu Gold fehlten. Eitberger war nach dem Silber-Coup völlig losgelöst. „Es ging schon beim Aufstehen los. Ich war heute sehr emotional, ich habe im Zehn-Minuten-Takt nur geheult. Ich habe die letzten acht Jahre Revue passieren lassen. Da ist unglaublich viel passiert in meinem Leben“, sagte sie in der ARD und ergänzte: „Ich wusste 2022, dass für mich die Reise bis 2026 weitergeht. Da kommt noch mal was ganz Großes. Ich sollte ein Stück weit Recht behalten. Dass es im Doppelsitzer ist, daran habe ich 2022 noch nicht gedacht.“

Am Abend zuvor hatte bereits Rodel-Königin Julia Taubitz zum Song „Die immer lacht“ durchs Spalier getanzt.Das ansteckende Lächeln auf ihren Lippen war dabei nicht zu übersehen. Die Sächsin aus Annaberg-Buchholz strahlt wieder. Vergessen die bitteren Tränen von Peking, wo sie 2022 als Topfavoritin im zweiten Lauf stürzte. „Ich habe viel gewinnt heute, vor Glück. Der Sturz damals hat mich viele Jahre begleitet, aber er hat mich stärker gemacht. Wenn man immer nur gewinnt, lernt man nichts dazu“, meinte die 29-Jährige.

Mit Familie und ihrem Fanclub ließ es die passionierte Motorradfahrerin, die im Sommer statt auf zwei Kufen auf zwei Rädern auf die Rennstrecke möchte, bis nach Mitternacht krachen. „Nur Halbgas wegen der Teamstaffel, danach können wir vielleicht Vollgas geben“, sagte sie.DPA

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