Bayern nimmt Kurs auf Berlin

von Redaktion

Pokal-Trauma beendet: Bayern nach 2:0 gegen Leipzig erstmals seit 2020 im Halbfinale

Deckel drauf: Luis Diaz traf in der 67. Minute. © AFP

Trifft wieder vom Punkt: Bayerns Starstürmer Harry Kane mit dem Tor zum 1:0. Leipzigs Vandevoort hatte keine Chance. © Beier/AFP

Auf sie mit Gebrüll: Aleksandar Pavlovic und Luis Diaz jubeln mit Harry Kane. © Feiner/Imago

München – Keine U-Bahn? Chaos bei der Anreise? Von wegen! Die Rahmenbedingungen rund um die Allianz Arena waren bei diesem Viertelfinale im DFB-Pokal am Mittwochabend dank starker Bemühungen im Vorfeld bestens. Zu kurzzeitig unkontrollierbaren Zuständen kam es höchstens im Inneren des Stadions, und zwar ab der 64. Minute. Denn mit dem verwandelten Foulelfmeter zum 1:0 brachte Harry Kane – wer sonst? – den FC Bayern in einem umkämpften Duell endlich in Führung und somit auf Kurs in Richtung Berlin, dem Sehnsuchtsort des Rekordmeisters.

2:0 (0:0) stand am Ende nach einem schnellen weiteren Treffern von Luis Diaz (67.) auf der Anzeigentafel, man sah Vincent Kompany und seinem Team den dicken Stein vom Herzen fallen. Ja, das Pokal-Trauma saß in den letzten Jahren tief, nach dem Sieg gegen RB steht man nun zum ersten Mal seit dem Pokalsieg im Jahr 2020 wieder im Halbfinale. Der verdiente Sieg lässt die Bayern außerdem weiter vom Triple träumen. Und die Reise in die Hauptstadt am 23. Mai ist nur noch einen Schritt entfernt.

Kompany hatte auf die exakt gleiche Startelf gesetzt wie beim 5:1 am Sonntag gegen Hoffenheim – ein Zeichen. Und trotzdem war es zunächst RB, das diesem Spiel den Stempel aufdrücken wollte. Schon der erste Schuss der Gäste zappelte nach einem Solo von Yan Diomande und dem Abschluss von Christoph Baumgartner im Netz, der Schock saß kurzzeitig tief in der Allianz Arena. Glück für die Bayern, dass der VAR den Treffer aufgrund hauchdünner Abseitsstellung zurücknahm. Alles auf null – das änderte jedoch nichts daran, dass Leipzig selbstsicher wirkte. Es sollte kein 6:0 oder 5:1 werden wie bei den letzten beiden Aufeinandertreffen.

Bis die Bayern aktiver wurden, dauerte es in diesem intensiven Spiel ein paar Minuten. Aber nach den Chancen von Harry Kane (12./20./23.) und Aleksandar Pavlovic (18.) drehte sich das Momentum. Leipzig ließ sich in eine kompakte Fünferkette drängen, die Laufwege der Bayern wurden besser und die Pässe präziser, aber die Räume blieben zu eng. Wie schnell es dann auf die andere Seite gehen kann, zeigte Leipzig immer wieder. Nach einem Foul an Nusa forderten sie Elfmeter, einen Ball von David Raum parierte Manuel Neuer (37.) – Hallo wach für die nicht immer sicher wirkende Bayern-Abwehr. Vorne hatten Pavlovic und Kane die Führung vor der Halbzeit auf Fuß und Kopf. Aber es blieb beim 0:0 zur Pause – und somit auch spannend.

Im Liga-Spiel in Leipzig hatten die Bayern danach aufgedreht, diesmal war Geduld gefragt. Als Gnabry aber Vandevoordt prüfte (59.), konnte man ahnen, dass die Bayern das Tempo verschärften. Und so war es auch kein Zufall, dass Stanisic bei einem Konter vor dem RB-Keeper auftauchte, als der zu rüde einstieg. Elfmeter, 64. Minute, Kane – so einfach kann‘s gehen. Olise hätte beinahe eine Minute später erhöht, das erledigte dann Diaz. Langer Ball von Olise, super Laufweg, noch besserer erster Kontakt – 2:0.

An eine Niederlage glaubte niemand mehr, auch von der Hitzigkeit ließen die Bayern sich nicht anstecken. Souverän zu Ende gebracht, im Stile eines Rekord-Pokalsiegers. Von wegen Chaos! H. RAIF, M. BONKE

Artikel 5 von 11