Coventry schwärmt, Geiger leidet

von Redaktion

Trotz deutschem Debakel: „Werbung für Nordische Kombination“ – Oftebro siegt

Ist eingebrochen: Vinzenz Geiger. © Schwarz/AFP

Val di Fiemme – Vinzenz Geiger besaß wenige Minuten nach seinem bösen Einbruch immerhin die Kraft zum innigen Zwiegespräch mit IOC-Chefin Kirsty Coventry. „Sie hat total geschwärmt von unserem Rennen, fand es sehr aufregend. Wir haben heute Werbung für die Kombination gemacht“, sagte Geiger. Für die vom Olympia-Aus bedrohte Sportart war es ein guter Tag. Für die deutschen Asse endete der erste Wettkampf der Spiele hingegen in einem Debakel.

„Ich habe mich nicht gut gefühlt, es war nicht mein Rennen“, sagte Geiger, nachdem er in der letzten Runde völlig eingegangen war und beim Triumph des Norwegers Jens Luraas Oftebro in einem ebenso packenden wie brutal schweren Normalschanzen-Wettbewerb nur Platz zehn belegt hatte: „Für eine Medaille muss man hier in Topform sein, das war ich leider nicht. Mir hat es völlig den Stecker gezogen.“

Genau vier Jahre und zwei Tage nach seinem Traum-Gold von Peking, als er von Platz elf zum Sieg gestürmt war, erlebte der 28 Jahre alte Oberstdorfer einen der bittersten Momente seiner Karriere. An einem Anstieg in der Schlussrunde ging auf einmal gar nichts mehr, Spitzenläufer Geiger blieb im Tiefschnee fast stehen – und erreichte das Ziel fast zwei Minuten nach Sieger Oftebro.

Die verspätet eingeflogene Coventry wirkte auf der gut gefüllten Tribüne schwer beeindruckt von dieser Sportart, über deren Zukunft sie zeitnah (mit)bestimmen muss. „Ich weiß nicht, wie man sich als Sport besser aufstellen kann als heute“, meinte Bundestrainer Eric Frenzel. Besser präsentieren als seine Mannschaft kann man sich sicherlich: Als bester Deutscher hatte Altmeister Johannes Rydzek auf Platz acht 1:09 Minuten Rückstand auf Sieger Oftebro, Julian Schmid auf Platz 14 lag fast drei Minuten zurück.

„Ich habe noch zwei Chancen. Jetzt muss ich mich ausruhen“, sagte Geiger mit Blick auf die beiden Wettbewerbe auf der Großchance. Dort wollen die Kombinierer weiter für sich werben und um ihre Sportart kämpfen, die zu verschwinden droht. IOC-Präsidentin Coventry machte sich nun selbst ein Bild, sah an der Seite von Ski-Weltverbandschef Johan Eliasch eine intakte, faszinierende Sportart mit sieben Nationen unter den Top 13.SID

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