Ernüchterung herrschte bei der Hertha. © Gora/dpa
Erst gehalten: Freiburgs Keeper Müller parierte in der Nacht zum Mittwoch zwei Elfmeter. © Gora/dpa
… dann gefeiert: Wer der Held des Abends war, war am Ende klar. © Macdougall/AFP
Berlin – Die Spieler des SC Freiburg wussten, bei wem sie sich nach dem Pokal-Krimi gegen Hertha BSC zu bedanken hatten: Sie überschütteten Elfmeter-Held Florian Müller mit Lobeshymnen. „Wir wissen, was wir an ihm haben. Er hat sich das verdient und heute mal wieder eine gute Leistung gebracht“, schwärmte Routinier Matthias Ginter.
Kapitän Christian Günter befand: „Flo hat uns heute im Elfmeterschießen den Arsch gerettet. Auch schon im Spiel eine super Leistung. Er hat sich belohnt für die Arbeit, die er jede Woche auf dem Trainingsplatz vollbringt.“ Ersatzkeeper Müller hatte nicht nur im alles entscheidenden Elfmeterschießen zwei Schüsse pariert. Bereits in der Verlängerung vereitelte der Freiburger Schlussmann eine Großchance des Berliners Michael Cuisance. „Geiles Spiel. So wünscht man es sich. Für jeden Torwart einfach schön, das Elfmeterschießen zu gewinnen. Ich bin extrem stolz auf mich und auf die ganze Mannschaft“, sagte Müller.
Freiburgs unumstrittener Stammtorhüter Noah Atubolu musste im DFB-Pokal-Viertelfinale beim Hauptstadt-Club auf der Bank Platz nehmen. Wie schon in der zweiten Runde beim 3:1 in Düsseldorf und dem 2:0 im Achtelfinale gegen Darmstadt stand Müller zwischen den Pfosten. Das sei auch eine Belohnung dafür, wie Müller auf der Bank mitfiebere und sich einbringe, begründete Trainer Julian Schuster die Entscheidung.
Schon im Training am Vortag hatte Müller sein Potenzial als Elfmeter-Killer angedeutet. „Da hatte ich eine nahezu 50-Prozent-Quote. Heute war es nicht ganz so gut, aber es hat gereicht zum Sieg“, scherzte der Torhüter.
Während viele seiner Kollegen nach solch einer Leistung jubelnd über das Feld gesprungen wären, blieb der 28-Jährige nach dem Halbfinal-Einzug eher gelassen. „Ich bin nicht so der Typ, der komplett ausrastet. Einfach den Moment aufsaugen und genießen und nachher können wir uns freuen“, sagte Müller. Übertriebener Jubel sei einfach nicht so seine Art.
Ganz anders war die Gemütslage freilich bei der Hertha. Fabian Reese war in eine dicke Hertha-Decke gehüllt, als er über das schlimme Ende dieses packenden DFB-Pokal-Viertelfinales sprach. „Im Elfmeterschießen zu verlieren, ist extrem bitter. Gerade nach der Leistung, die wir gezeigt haben“, sagte der Berliner. Dieses 4:5 im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg sei „unglaublich schade“, gleichwohl sei er „sehr, sehr stolz auf die gesamte Mannschaft.“
Unter dem Strich „überwiegt die Enttäuschung, dass wir verlieren“, gab der Kapitän zu. Für die Hertha geht somit das Warten aufs Finale im eigenen Stadion weiter. Nur die zweite Mannschaft bestritt einst das Endspiel, verlor aber 1992/93 gegen Bayer Leverkusen. Nächster Anlauf nächstes Jahr. Ab jetzt wieder Alltag.DPA/SID