Zum Schutz der Fans: ICE-Chef Lyons. © Caballero-reynolds/AFP
Wenig Gegenliebe: Bei den Spielen in Mailand demonstrierten Menschen gegen die Behörde. © Bruno/dpa
Washington – Die umstrittene US-Einwanderungsbehörde ICE wird nach Angaben ihres Leiters Todd Lyons ein „wichtiger Bestandteil“ des Sicherheitsapparats bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft sein. Vor allem die Abteilung Homeland Security Investigations werde eine Rolle spielen, sagte er bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus. „Wir setzen uns für die Sicherheit dieses Ablaufs und aller Teilnehmer sowie der Besucher ein“, sagte er in Washington weiter.
Lyons antwortete auf Fragen der demokratischen Kongressabgeordneten Nellie Pou aus New Jersey. Im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York sind mehrere Spiele geplant, darunter auch das Finale am 19. Juli. Pou kritisierte, dass ungerechtfertigte Inhaftierungen durch ICE das Spielerlebnis der WM beeinträchtigen könnten. Lyons sagte dazu, dass ICE sich dafür einsetze, „dass alle Besucher unserer Einrichtungen eine sichere Veranstaltung erleben können“. Das Turnier wird ab dem 11. Juni außer in den Vereinigten Staaten auch in Kanada und Mexiko ausgetragen.
Nach eigenen Angaben will Homeland Security Investigations unter anderem Terrorangriffe verhindern und Drogenschmuggel sowie Menschenhandel verhindern. Bei der zuletzt in die Schlagzeilen geratenen Abteilung, die vorgibt, gegen Migranten ohne gültige Aufenthaltserlaubnis vorzugehen, handelt es sich dagegen um Enforcement and Removal Operations. ICE steht seit längerem wegen der rigorosen Vorgehensweise bei der Inhaftierung von Menschen – die teils zu unrecht verhaftet werden – in der Kritik. Ähnliches wurde auch rund um die Spiele der Weltmeisterschaft befürchtet. Zu Unrecht, wie Behördenchef Lyons befand.
Gegen den Einsatz von ICE-Beamten bei den derzeit laufenden Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d‘Ampezzo hatte es Proteste in Italien gegeben. Bei einer Demonstration in Mailand kam es zu Krawallen. Es gab sechs Festnahmen. In der US-Delegation sollten sich ICE-Beamte um den Schutz von Offiziellen wie US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio kümmern.DPA