Braucht sich nicht zu verstecken: Emma Aicher © Bertorello/AFP
Cortina – Sie ist bisher eines der deutschen Gesichter der Spiele: Emma Aicher! Nach Doppel-Silber (Abfahrt, Team) greift die 22-Jährige heute im Super-G (11.30 Uhr/ZDF und Eurosport) nach der nächsten Medaille. Bekannt ist, dass Aicher durch ihre Mutter eine halbe Schwedin ist, aufgewachsen in Sundsvall.
Was viele nicht wissen: Nach ihrer Ausbildung im Skigymnasium in Berchtesgaden, auf das sie als 16-Jährige (!) aus Schweden wechselte, wohnt Aicher mittlerweile in Salzburg – in einer WG mit Nella Knauß, der Tochter von Rennfahrer Hans Knauß (54).
Auch zur Familienseite ihres Vaters in Mahlstetten sind die Bande eng. Die Großeltern fiebern mit. Doch bei den Rennen kann Oma Irma aus Sorge, dass sich ihre Enkelin verletzen könnte, nicht hinsehen. Die Lösung: Opa Franz zeichnet am TV auf. Bleibt Emma unversehrt, schauen sich die beiden den Auftritt danach gemeinsam an. „Wenn man uns vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass aus unserer Familie mal jemand bei den Olympischen Spielen teilnimmt, hätte ich gedacht, der macht einen Spott mit mir“, sagte Franz Aicher dem SWR.
Aicher hat auch noch einen kleineren Bruder: Max fährt ebenfalls Rennen, aber für den schwedischen Verband. Im Gegensatz zu seiner großen Schwester tritt der 19-Jährige aber „nur“ im Slalom und Riesenslalom an. Seine Ergebnisse in den FIS-Rennen sind ordentlich, ein zweiter Überflieger deutet sich aber eher nicht an.
Was für Aicher Heimat ist? „Ich fühle mich in Deutschland sehr wohl. Aber wenn ich nach Schweden fahre, komme ich nach Hause“, so die zweifache Medaillengewinnerin. Kurios: Die Sprache in ihrem Handy ist weder Schwedisch noch Deutsch, sondern Englisch.MATHIAS MÜLLER