Starkes Trio: Media Latifi, Nicole Schott und Redakteurin Winklbauer (M.). © Hangen
Oberstdorf – Eiskunstläuferin und Trainerin Nicole Schott kennt Lampenfieber zu gut. Die zweifache Olympia-Teilnehmerin war sowohl bei den Winterspielen in Pyoengchang als auch in Peking dabei, lief bei den Weltmeisterschaften 2022 und 2023 in die Top Ten. Ähnlich Lampenfieber-Behaftetes hat Media Latifi vor sich: „Ich möchte im März zur achten und siebten Kürklassenprüfung antreten“, sagt die 21-jährige Gewinnerin unseres Preisausschreibens ‚Triff den Olympiastar‘, „deshalb habe ich mich für das Training mit Nicole beworben. Tausend Dank für die tolle Chance!“ Unsere Zeitung brachte die beiden letzten Sonntag in Oberstdorf zusammen, wo sie in Halle 3 fleißig Sitz- und Waagepirouetten übten, dazu Sprungkombis aus Rittberger und Salchow, Flip und Toeloop.
Kufenfreunde wissen, was eine Kürklassenprüfung bedeutet: beinharte Juroren, eine Durchfallquote von gefühlten 60 Prozent und ein Meer von Tränen um die Bande herum. „Bei mir sind diese Prüfungen schon länger her“, sagt Schott, „aber eines gilt immer: die Prüfungen kann man wiederholen, einen Wettkampfstart nicht. Also bleib locker. Sag dir: ich kann‘s sowieso!“
Kinderpflegerin Media macht zurzeit eine Erzieherausbildung. Eislaufen aber ist für sie viel mehr als ein Hobby, sie trainiert leistungsorientiert, möchte nächste Saison bei Wettkämpfen antreten. „Die Kürmusik, ‚The Show must go on‘ von Celine Dion, habe ich schon“, freut sie sich, „die Choreografie übernimmt Samira Huskic, ebenfalls aus Oberstdorf.“ Media fährt daher sowieso jeden Samstag ins Allgäu, trainiert dort oft drei und mehr Stunden am Tag. In München steht sie im Adult-Team des MEV, angeführt von Trainerin Tia Schopp, dreimal pro Woche im SAP Garden auf dem Eis.
Nicole Schott (29) gewöhnt sich derweil an ihr neues Leben als Trainerin. Nach ihrem Abschied vom Wettkampfgeschehen 2023 arbeitet sie jetzt im Team von Michael Huth (er machte Carolina Kostner zur Weltmeisterin), betreut mit ihm unter anderem Europameister Lukas Britschgi und die Französin Lea Serna. Auf dem „besten Eis der Welt“, wie das Eissportzentrum wirbt, ist es derzeit generell belebt. Neuerdings gibt auch Aljona Savchenko (42) dem Nachwuchs Unterricht ISABEL WINKLBAUER