TAGEBUCH

Geh bitte, geht‘s scho ham?

von Redaktion

Hochmut kommt vor dem Fall – weiß ich eigentlich. Hielt mich beim Biathlon-Einzel der Frauen trotzdem nicht von einem gewagten Kommentar ab. Die Österreicherin Lisa Hauser hatte sich auf Medaillenkurs liegend beim letzten Stehendanschlag gerade mit drei Fehlern alles versaut. Kein Wunder also, dass die rot-weiß-roten Kollegen wie begossene Pudel vom Schießstand zogen. „Geh bitte, liebe Kollegen, geht‘s scho ham?“, foppte ich in ihre Richtung. Zurück schallte ein trockenes: „Bis zum letzten Schießen war ma eh guad.“

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich direkt schuld bin an den zwei Fehlern, die Franzi Preuß wenige Minuten später ebenfalls vor der letzten Runde produzierte und sich damit aus den Podesträngen bugsierte, aber meine Klappe hatte ich definitiv zu weit aufgerissen. Zum Glück kreuzten sich unsere Wege an diesem Tag nicht mehr.

Vielleicht sollte die Kolumne mit Blick auf meine eigene Gesundheit hier besser enden. Denn als eine liebe Austria-Kollegin noch auf den Abend in der Eisrinne verwies, konterte ich selbstbewusst: „Gold geht nur an Deutschland, aber wir lassen euch mittlerweile ja fairerweise eh die anderen Medaillen zum Aufteilen übrig.“ Ich nehme an, Sie wissen, wie es ausging. „Nur“ Silber und Bronze für die DOSB-Doppelsitzer, bei den Männer das Ösi-Duo vor uns.

Deshalb, liebe Leser, versprech‘ ich hoch und heilig: Die kommenden Tage halte ich mich zurück.

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