Kein Bock auf WM-Comeback

von Redaktion

Neuer schließt Rücktritt vom DFB-Rücktritt endgültig aus: „In Stein gemeißelt“

Tribünengast Nagelsmann am Mittwoch. © Eibner/Imago

Austausch: Neuer mit Baumann am Sonntag. © bonke

Zu gut für die Rente? Neuer, beim DFB Dauer-Tuschelthema, hat Spekulationen über ein WM-Comeback beendet. © Ruiz

München – Mit einer Essensbox in der Hand stand Manuel Neuer eine Viertelstunde vor Mitternacht in den Katakomben der Allianz Arena: Mit Hackfleisch mit Reis und Coleslaw wollte der Keeper seine Energiespeicher nach dem 2:0-Pokalsieg des FC Bayern gegen RB Leipzig auffüllen. Auf ein mögliches Comeback im Tor der deutschen Nationalmannschaft bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat er jedoch keinen Appetit.

Neuer über Baumann: „Macht seinen Job gut“

Als der 39-Jährige auf das Lob Bayern-Präsident Herbert Hainer angesprochen wurde, nach dessen Ansicht Neuer mit zur WM müsse, sagte dieser: „Das sind natürlich schöne Worte, aber ihr kennt ja meine Entscheidung. Deshalb schmunzle ich da ein bisschen drüber.“ Auf Nachfrage, ob ein Rücktritt vom DFB-Rücktritt im Hinblick auf das Turnier in Amerika in Stein gemeißelt sei, antwortete Neuer unmissverständlich: „Ja!“ Damit hat der Routinier Bundestrainer Julian Nagelsmann, der am Mittwoch an der Seite von U21-Trainer Antonio di Salvo auf der Ehrentribüne saß, endgültig einen WM-Korb gegeben.

Zur Erinnerung: Nachdem Marc-André ter Stegen nach seiner Oberschenkelverletzung erneut operiert werden musste, waren die Rufe nach einer Neuer-Rückkehr wieder lauter geworden. Doch für den Vater eines bald zweijährigen Sohnes kommt das nicht in Frage. Stattdessen drückt er Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim die Daumen: „Er ist jetzt die Nummer 1 und er macht seinen Job sehr gut. Grundsätzlich hat er sehr gute Leistungen gezeigt. Ich wünsche ihm nur das Beste.“

Nach der 1:5-Pleite der Hoffenheimer am Sonntag in München hatten sich Neuer und Baumann lange unterhalten. Über was? „Wir haben einfach nur nach dem Spiel miteinander gequatscht. Es ist auch kein schöner Abend für ihn gewesen, wenn sie in der Höhe verlieren“, verriet der Münchner Torhüter.

Den erneuten Rückschlag von ter Stegen bezeichnete Neuer als „ganz, ganz hart. Ich glaube, ich kenne die Situation auch. Es ist natürlich ganz bitter, gerade in der jetzigen Situation, wenn im Sommer die Weltmeisterschaft stattfinden wird. Da hat er natürlich diese Ziele auch im Blick gehabt und da gilt es einfach, nur ihm die Daumen zu drücken, dass er wieder zurückkommt und dass er zur alten Stärke findet.“

So oder so: Für den 33-Jährigen wird es ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Torhüter des FC Barcelona, der sich extra an den FC Girona verliehen ließ, um Spielpraxis für das Turnier in Amerika zu sammeln, fällt nach seiner OP noch mindestens zwei Monate aus und kann die von Nagelsmann geforderten Spielminuten nicht garantieren. Bei den letzten Länderspiel-Maßnahmen vor der WM im März wird ter Stegen nicht im deutschen Kader stehen. Heißt im Klartext: Die WM-Chancen von ter Stegen stehen aktuell bei Null – außer es geschieht noch ein Wunder.

Baumann wird als deutsche Nummer eins in die USA reisen, Alexander Nübel vom VfB Stuttgart als sein Stellvertreter. Und die Position des dritten Keepers? Wäre eigentlich prädestiniert für den Münchner Jonas Urbig. Also nicht Neuer, sondern seinen Schützling.MANUEL BONKE, HANNA RAIF

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