Dajana Eitberger (r.) mit und Magdalena Matschina. © DPA
Bronze gewonnen: Tobias Wendl und Tobias Arlt. © Insta
Let‘s dance im Deutschen Haus gewonnen: Magdalena Matschina beim Schuhplattler. © Instagram
Cortina – Tobias Wendl und Tobias Arlt verschwanden schnell in einer Jubeltraube, kurz zuvor hatte schon Dajana Eitberger „im Zehn-Minuten-Takt geheult“ – auch ohne eine weitere Goldmedaille bleibt der Eiskanal von Cortina die Partyzone schlechthin. Und zwar eine mit deutlich bayerischem Anstrich: Im Deutschen Haus wurde am Abend ein zünftiger Schuhplattler aufs Parkett gelegt. Magdalena Matschina tanzte mit ihrem Bruder, die Blasmusik gab den Takt vor – so kann‘s weiter gehen.
Zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze in drei Rennen, am Donnerstag (nach Redaktionsschluss) war die Teamstaffel natürlich auch im Medaillenrennen. „Das ist nicht in Worte zu fassen“, sagte Wendl, der neue Rekordhalter, „diese Bronzemedaille bedeutet alles. Fast noch mehr als die anderen!“ Und das wollte einiges heißen. Die Doppelsitzer schrieben mit Bronze Geschichte, sind nun gleichauf mit Natalie Geisenberger an der Spitze der Rangliste der erfolgreichsten deutschen Wintersportler bei Olympia.
Auch die Silbermedaille für Eitberger und Magdalena Matschina hatte großen Jubel im deutschen Lager ausgelöst, und auch für Eitberger war es eine ganz besondere Medaille. Zwar ging der historische erste Olympiasieg im Doppelsitzer der Frauen knapp an die Italienerinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Doch Eitberger wird ihre Karriere nach der Saison beenden, und Silber war für die 35-Jährige noch einmal ein später Höhepunkt – errungen gewissermaßen auf dem zweiten Bildungsweg.
Schon im Einsitzer gehörte sie nämlich jahrelang zur Weltspitze, 2018 in Pyeongchang gewann sie sogar bereits Olympia-Silber. Zur Saison 2023/24 wechselte sie dann auf den Doppelsitzer, bildet seit nun zwei Wintern ein Duo mit der 15 Jahre jüngeren Matschina. „Ich war heute sehr, sehr emotional, ich habe im Zehn-Minuten-Takt geheult und die letzten Jahre Revue passieren lassen“, sagte Eitberger in der ARD: „Ich wusste 2022, dass meine Reise bis 2026 weitergeht, ich dachte, da kommt noch was Großes, und ich sollte ein Stück weit recht behalten.“ Der Weg in die neue Disziplin war allerdings kein selbstverständlicher. „Bebettelt“ habe sie Bundestrainer Patric Leitner, damit sie wechsele: „Ich glaube, es war die richtige Entscheidung.“
Mit Blick auf das gesamte deutsche Team wurde der Erfolgslauf in Cortina nun allerdings mindestens unterbrochen. Nach den beiden Triumphen von Max Langenhan und Julia Taubitz im Einsitzer rodelten erstmals die anderen Nationen schneller durch das Cortina Sliding Centre. Aber insgesamt, das zeigen die regelmäßigen Partys im Deutschen Haus, ist der Eiskanal wie immer das olympische Geläuf, auf dem die Deutschen ihre Medaillentänze hinlegen. Es dürften weitere folgen …DPA