UMFRAGE

Tote Hose bei den Löwen

von Redaktion

Zwischen Aufstiegsfrust & Stadionlust – so sehen Fans die Lage bei 1860

Unvergesslicher Torjäger: 1860-Kultfan Roman Wöll am Grab seines Idols Rudi Brunnenmeier. © privat

München – Die Löwen zum Faschingsauftakt 2026: Platz 9 in der 3. Liga, die Aufstiegsplätze weit entfernt. Gruselige Gegenwart, mal wieder. Eine Sache aber kann den leidgeprüften Fans niemand nehmen – den Blick in die Vergangenheit. Ein Sturmidol der goldenen 60er-Jahre wäre am Mittwoch 85 geworden. Ehrensache für einen tiefblauen Fan wie Roman Wöll (71), am Grab des legendären Angreifers vorbeizuschauen.

Brunnenmeier ruht am Ostfriedhof, unweit des Grünwalder Stadions, das zumindest einen kleinen Lichtblick bietet: Präsident Gernot Mang kämpft für einen Umbau der Kultstätte, befeuert von Stadtoberhaupt Dieter Reiter. Wie Wöll und andere Fans die aktuelle Lage bewerten, das löwentypische Pendeln zwischen sportlicher Hölle (3. Liga seit 2018), Schiedsrichterfrust und Stadion-Hoffnung, zeigt unsere Umfrage.

Peter Horn (66, München): „Keiner hat erwartet, dass es so schnell bergab geht. Sportliche Pleiten, viele Verletzte und kein Nachlegen im Winter – wohl auch aus Geldmangel – haben die Lage verschärft. Neun Jahre 3. Liga sind brutal, nach der Winterpause herrscht jedes Jahr Tristesse. Hoffnung? Kaum. Verträge laufen aus, der Kader droht wieder auseinanderzufallen – die Perspektive fehlt.“

Marleen Wankerl (32, München): „Sportlich läuft‘s leider gerade nicht so gut. Theoretisch ist die Aufstiegschance noch da, aber das wird sehr schwer. Auch mit den Schiedrichtern, die es mal wieder nicht so gut mit unseren Löwen meinen. Cool dagegen finde ich, dass endlich Bewegung in das Stadionthema kommt. Ich hab das Gefühl, dass endlich mal alle an einem Strang ziehen. Meine Unterstützung haben die Löwen sowieso – heim und auswärts.“

Hans Faber (75, Kasing): „Meine Gemütslage ist am Tiefpunkt. Zum ersten Mal in der 3. Liga sind wir am Samstag auswärts nicht dabei. Von den Kasinger Löwen waren wir sonst immer 30, 40 Mann. Jetzt habe ich Havelse zwecks Desinteresse absagen müssen. Meine Meinung ist: Stuttgart war unsere letzte Chance. Jetzt müssten schon Weihnachten und Neujahr zusammenfallen, dass wir noch aufsteigen. Also, ich glaub‘ nicht mehr dran, muss aber auch ganz klar sagen: Wie die Schiedsrichter gegen uns pfeifen, das ist nicht mehr normal. Mein Eindruck ist: Die freuen sich doch alle beim DFB, wenn wir unten bleiben – als Zugpferd der 3. Liga. Erfreulich dagegen finde ich, dass Schwung in die leidige Stadiondebatte kommt. Ich hoffe jetzt auf Nägel mit Köpfen statt dem üblichen Blabla.“

Roman Wöll (71, München): „Ich hatte bis zum Samstag noch Hoffnung. Allerdings sieht es so aus, als würden wir den Aufstieg nicht schaffen in dieser Saison. Mit Unentschieden kommt man halt nicht weiter, es bräuchte eine Serie an Siegen. Die Verunsicherung ist in den Köpfen drinnen, die letzten sechs Spiele sind wir immer in Rückstand geraten. Die vielen Verletzungen haben natürlich auch einen Anteil an den vielen sieglosen Spielen gehabt. Aber ganz aufgeben will ich die Saison noch nicht, ich werde auch in Hannover (Samstag gegen Havelse/Red.) wieder dabei sein.“MBU, ULK

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