Der Kampf um die goldene Ananas

von Redaktion

Fünf sieglose Löwenspiele: Jetzt geht‘s nach Havelse

München – Früh am Tag musste Markus Kauczinski hellwach sein. Bereits um 9 Uhr morgens stellte sich der Löwencoach am Freitag den Fragen der Journalisten. Anders als seine Mannschaft war der Trainer von Beginn an auf der Höhe. Die 1860-Profis hingegen verfielen zuletzt regelmäßig in den kollektiven Tiefschlaf: In den letzten sechs (!) Drittligapartien geriet 1860 mit 0:1 in Rückstand. So sprangen seit Mitte Dezember nur sechs von 18 möglichen Punkten heraus. Die Konsequenz: Statt im Aufstiegsrennen befinden sich die Löwen im tristen Mittelfeld, im Kampf um die goldene Ananas. „Man hat immer gerechnet, von irgendwelchen Serien gesprochen. Wir müssen jetzt einfach das Spiel am Samstag gewinnen“, ordnet Kauczinski die zerfahrene Situation ein.

Ein Problem bleibt die lange Ausfallliste: Für das Gastspiel beim TSV Havelse (heute, 14 Uhr) fehlen Tunay Deniz, Jesper Verlaat, Samuel Althaus, Max Christiansen, Sean Dulic, Manuel Pfeifer (alle verletzte), Kevin Volland, Florian Niederlechner (beide gesperrt) sowie NLZ-Talent Loris Husic (österreichische U 18). Doch Kauczinski verfällt auch in dieser schwierigen Lage nicht in den Jammermodus: „In unserer Situation ist das nicht schön. Es tut immer weh, wenn Leute fehlen. Aber es gehört dazu.“

Auf der Volland-Position läuft es auf einen Zweikampf zwischen David Philipp und Maximilian Wolfram heraus. Anders als gewöhnlich verriet Kauczinski bereits erste Details zur Startelf. Tim Danhof wird erstmals seit dem 30. August wieder von Beginn an für die Löwen auflaufen. Warum? „Er hat Einsatz gezeigt, war mutig und hat Flanken aus dem Halbfeld gebracht. Tim hat sich seine Chance verdient und wird am Wochenende anfangen.“

Man müsse sich nichts vormachen, 1860 würde nicht als „Super-Favorit“ ins Hannoveraner Eilenriedstadion reisen. Der Blick auf die Formtabelle der letzten fünf Partien in der 3. Liga unterstreicht diese Einordnung. Die Löwen im Stile eines Absteigers auf Rang 18, Havelse im soliden Mittelfeld (9.). Kleines Stadion, tiefer Platz, angespannte Stimmung: Auf Sechzig wartet in Niedersachsen eine Mentalitätsprobe, weiß auch Kauczinski: „Wir müssen noch mehr Energie reinlegen. Jeder einzelne muss sich zusammenreißen!“

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Kauczinski gelang es nach dem grausamen 0:4 von Regensburg im November schon einmal, eine Siegesserie mit den Löwen zu starten. Und durch den Absturz in der Tabelle könne das Team schließlich den Fokus nun ganz auf sich selbst richten. „Klarer war es nie, dass wir nur auf uns schauen müssen“, erklärte Kauczinski. Nur mit Siegen kann 1860 vermeiden, dass die goldene Ananas nun Woche für Woche im Mittelpunkt steht. Für ein Spiel ist das schon hart zu ertragen – aber für 15 Partien? MARCO BLANCO UCLES

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