Draisaitl und McStützle

von Redaktion

Guter deutscher Eishockey-Auftakt – Rollen angenommen

Vertraute Pose: Leon Draisaitl. © dpa/Hassan Ammar

Mailand/München – Was war das für eine Spannung in der Eishockey-Bubble: Wie würde Bundestrainer Harold Kreis seine Reihen zusammenstellen in einem Luxuskader mit echten NHL-Stars, wer würde das Powerplay übernehmen, wer das Unterzahlspiel? Eine der Fragen konnte nicht geklärt werden: Die deutsche Nationalmannschaft musste kein einziges Mal ins sogenannte Penalty-Killing, denn sie kam ohne jede Strafminute durch ihr erstes Spiel bei Olympia. Sie agierte top-diszipliniert, verfiel nie in Hektik und glitt mit einem kollektiven Lächeln vom Eis in der Milano Rho Ice Hockey Arena. Und mit einem 3:1 (1:1, 2:0, 0:0)-Sieg gegen Dänemark, was sich nach zu erwartender Pflichterfüllung anhört. Aber, das sollte man nicht übersehen: Die Dänen wurden bei der vergangenen WM Vierter, sie kegelten damals Deutschland sowie Kanada mit den auch bei Olympia vertretenen Stars Nathan MacKinnon, Sidney und Macklin Celebrini aus dem Turnier.

„Die Mannschaft hat es geschafft, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, war Kreis zufrieden. Leon Draisaitl sagte: „Wir haben es vor allem im letzten Drittel mit der Führung im Rücken sehr gut gemacht – was zum Start des Turniers ein gutes Zeichen ist.“ Der Kapitän sprach von „viel Spaß“; dass er ihn hatte, war ihm anzusehen. Er steht im Zentrum des Spiels, aber zeigt keine Allüren. „Unsere NHL-Jungs haben mit den anderen früher im Nachwuchs gespielt und freuen sich, dass sie das als Erwachsene noch einmal tun können“, so Harold Kreis. Den Akteuren aus der DEL ist bewusst, dass die Nordamerikaner den Rhythmus bestimmen. „Jeder hat seine Rolle erfüllt“, meinte Tim Stützle von den Ottawa Senators, der zwei Tore erzielte und etwa im Powerplay mit Draisaitl aufs Eis geht. Bei den Edmonton Oilers wird Draisaitl vom Kanadier Connor McDavid in Szene gesetzt, im deutschen Nationalteam braucht es also einen McStützle.

Kreis forciert, wo er sie nun schon mal hat, seine NHL-Leute: Verteidiger Moritz Seider kam auf eine Eiszeit von 26:18 Minuten, Draisaitl und Edmonton-Kollege Josh Samanski auf gut 21. In diesem Einsatzbereich findet sich mit Kai Wissmann (Berlin, Abwehr) allerdings auch ein DEL-Spieler.

„Wir können auf diesem Spiel aufbauen“, ist Harold Kreis sich sicher. Tim Stützle will „noch schneller und direkter spielen“. Das soll am Samstag (12.10 Uhr) gegen Lettland geschehen.GÜNTER KLEIN

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