Vom Regen in die Traufe. Eben noch den euphorischen Empfang der Gold-Rodler im Deutschen Haus oberhalb von Cortina begleitet, bin ich Donnerstagnacht unten im Ort böse gestrandet. Der von mir anvisierte Shuttle um 23.30 Uhr kam mir auf dem Weg zum Sammelpunkt schon um 23.20 Uhr entgegen. Zu früh? Untypisch für die Italiener! Zu spät? Gut möglich! Aber so ganz sicher kann man sich nie sein – das zeigen die manigfaltigen Transport-Erfahrungen der ersten Woche.
In der folgenden Stunde – Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts – sah ich viele Busse kommen und gehen. Teilweise stoppend, manchmal einfach vorbeirasend. Zu manchen Zielen hätte ich dreimal fahren können, Toblach war nicht dabei. Immerhin an meiner Seite: ein österreichischer Kollege. „Geh bitte, woas is des für a Konzept?“, grantelte er. „Aber des muass raus, sonst krieg i an Kropf.“ Und weiter: „I kum ma vor, wie im Kafka-Roman Das Schloss.“ Dort führt der Protagonist einen vergeblichen Kampf, doch gerade als seine Schilddrüse anzuschwellen (Kropf!) drohte, geschah ein mittelgroßes Wunder. Zwei junge Männer, wie sich später herausstellte von der italienischen Militärpolizeit, boten uns Hilfe an.
Kurz verunsichert, ob wir am Ende noch alle Nieren bei uns haben würde, entschieden wir uns einzusteigen und hatten eine wunderbare Fahrt. Es gibt eben immer einen Plan B. Vermutlich tpyisch für Italien.