TAGEBUCH

Eine ist keine

von Redaktion

Ich habe Ihnen, liebe Leser, ja schon von meinem Domizil berichtet. Das kleine Hotel, optisch einem Schlösschen ähnlich, am Toblacher See. Oder wie man hier sagt: Lago Dobbiaco. Klingt auch gleich viel italienischer. Jedenfalls weckte mich Kollege P. aus S, mit dem ich ein Zimmer teile jüngst mit den Worten: „Ich laufe heute vor dem Frühstück um den See.“ Schlaftrunken blickte ich auf den von minimalem Schneefall leicht angezuckerten Rundweg am Ufer, der direkt an unserem Haus vorbeigeht. Brrr, ich weiß nicht. Doch als Frühaufsteher M.-A. aus H., der dritte im Bunde, fröhlich von seiner Schlafcouch Begeisterung signalisierte, war der Gruppenzwang zu groß. Also rein in die Laufschuhe.

Ich hatte die Tage zuvor schon einen Test gewagt und wusste, dass ich das Läufchen in knapp 15 Minuten – abhängig von der Geschwindigkeit – hinter mir haben würde. Zudem ist der Rundweg des Sees, der sich im Altertum durch zahlreicher Bergstürze, gebildet haben soll, landschaftlich wirklich traumhaft. Entspannt quasselnden näherten wir uns also wieder dem Hotel am Lago und ich sah mich bereits Kaffee schlürfend am Frühstückstisch. Doch ich hatte die Rechnung ohen den Initiator gemacht. „Wenn wir schon mal da sind, geht noch eine Runde, oder?“. Mental war‘s eine große Herausforderung, körperlich zum Glück gut machbar.

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