Ilia Malinin zerbricht am Druck

von Redaktion

Olympiasieger: Michail Schaidorow. © Landis/DPA

Völlig von der Rolle: Superstar Malinin. © Hall/DPA

Gefühl der Ohnmacht: Alle rechneten mit dem Olympiasieg, am Ende stand Platz 15 für Ilia Malinin. © Ling/DPA

Mailand – Ein Gefühl der Ohnmacht und der Schockstarre begleitete Eiskunstlauf-Superstar Ilia Malinin nach einem niederschmetternden Olympia-Abend. „Ich habe all die Jahre darauf hingearbeitet – und dann ging alles so schnell vorbei. Ich hatte keine Zeit zu begreifen, was ich tun soll, oder irgendetwas zu verarbeiten. Es passierte alles so rasend schnell“, sagte Malinin, der sich selbst vor Olympia als „Vierfach-Gott“ bezeichnet hatte, mehreren Dutzend Reportern. Bei den Winterspielen in Italien zeigte das Wunderkind auf Kufen bei einer von Fehlern und Stürzen geprägten Kür nun menschliche Züge.

Sein persönliches olympisches Desaster konnte der 21-Jährige kurz nach dem Wettkampf noch nicht ganz realisieren. „Ehrlich gesagt, ich kann jetzt nicht genau sagen, was es war“, antwortete Malinin auf die Frage, warum er in der Kür der Männer so kolossal eingebrochen und nach der Führung im Kurzprogramm noch auf den achten Rang abgerutscht sei. „Ich habe es vermasselt“, wurde Malinin vom US-Sender NBC zitiert.

War es die fehlende Erfahrung bei Olympischen Spielen? Waren es körperliche Defizite? Oder war es der immense Erwartungsdruck, an dem Malinin spektakulär scheiterte? „Es sind die Olympischen Spiele. Ich glaube, die Leute erkennen nur selten den Druck und die Nervosität, die wirklich von innen kommen“, sagte Malinin und fügte hinzu: „Der Druck ist unwirklich.“ Immerhin war er seit mehr als zwei Jahren ungeschlagen. Er galt als unbesiegbar, nun bleibt er vorerst unvollendet.

Den Olympiasieg holte sich sensationell Michail Schaidorow, doch der Kasache spielte beim Malinin-Drama nur eine Nebenrolle.DPA

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