Mittleres Olympia-Wochenende. Biathlon-Super-Sonntag. Italienische Olympiasiegerin. Wenn nicht jetzt, wann dann? Also: Ohren zu, Augen auf – und ab in die Antholzer Party-Arena. Das riesige, Biertisch bestückte Zelt ist nur einen kleinen Hüpfer von der monumentalen Stadiontribüne entfernt. Und gehüpft wird hier viel.
Natürlich intoniert die Ballermann-Hits-Band an diesem Tag immer mal wieder „Lisa! Lisa!-Sprechchöre“, denn die Italienerin Lisa Vitozzi hat sich in der Verfolgung kurz zuvor in den Olympia-Himmel geschossen. Die Fans schießen sich… – nein, so schlimm ist es nicht. Aber auf Wolke sieben schweben hier trotzdem alle. Die tausenden Fans feiern ihre Loipen-Helden und – sich selbst.
Woher man kommt? Wer gewonnen hat? Eigentlich egal. Hauptsache eine gute Zeit haben. Dafür sind viele der bunt verkleideten und geschmückten Anhänger schon seit dem Morgen auf den Beinen. Stunden bevor die ersten Langlauf-Ski über Schnee gleiten und knirschen, machen sie sich auf in das für rund 50 Millionen modernisierte Schmuckstück, das mittlerweile sogar über unterirdische Kühlräume und einen Schießstand verfügt.
Im Zelt reicht’s, wenn das Bier (300-400 ml für sieben Euro) kühl ist. Glühwein gibt’s für fünf Euro – für den Fall, dass es draußen mal kälter sein sollte. Auch die Essensauswahl (Panino, Penne und Bratwurst) ist groß. Was braucht man mehr?
Und so liegen sie sich friedlich in den Armen. Der Trompeten-Franzose im Federkostüm, der rot angemalte Norweger mit dem Wikingerhelm und der beflaggte Italiener, dessen Herz für Lisa pocht.