„Der mediale Gegenwind war brutal“

von Redaktion

Der Münchner Johannes Lukas, Schwedens Chefcoach, über ein erlösendes Gold und die Staffeln

Gold-Jubel: Johannes Lukas. © Bergeld/Imago

Antholz – Die Erleichterung war Johannes Lukas deutlich anzumerken. Medaillenlos in den ersten Tagen, war der Druck auf den Chefoach der schwedischen Biathleten enorm gewachsen. Am Sonntag erlöste Martin Ponsiuloma den Münchner mit seiner Goldmedaille in der Verfolgung. Unsere Zeitung hat mit Lukas über den Erfolg, Druck und Material gesprochen.

Johannes, wie viel Last ist abgefallen?

Die Erleichterung ist natürlich sehr groß. Das waren bisher schwierige Spiele, weil wir unser Zeug nicht perfekt zusammengebracht haben. Der mediale Gegenwind war entsprechend brutal Gegenwind. Aber das ist in Ordnung, ich bin selbstkritisch genug, wenn es nicht läuft.

Den Deutschen geht es ähnlich. Die Stimmung ist am Boden. Wie war‘s in ihrem Team?

Die war immer super. Gold ist Gold, keine Frage. Das braucht man auch für den Job. Aber für mich als Chef der Truppe ist der größte Sieg, dass wir intern nicht aufgeben haben. In den Jungs steckt viel Energie. Wir glauben daran, dass wir besser sind als das, was wir bisher gezeigt haben.

Wie schwer ist es, eine Einzelmedaille zu erreichen?

Total schwer, das Niveau ist super hoch. Sebastian Samuelsson zum Beispiel hat einen der besten Sprints seiner Karriere abgeliefert und ist Fünfter geworden.

David Zobel meinte, die Norweger und Franzosen haben deutlich besseres Material. Erkennen Sie das auch?

Ohne detailliert auf andere einzugehen: Es gibt definitiv Nationen, die herausstechen. Aber auch hier musst du die Ruhe bewahren. Der Gang zum Lastwagen ist auch für mich jeden Tag nicht leicht. Aber ich versuche, unsere Techniker nach vorne zu pushen. Die sind jeden Morgen um vier Uhr in der Früh hier und geben ihr Bestes.

Apropos Schlaf: Sind Sie am Sonntag beruhigter ins Bett gegangen?

Ich konnte besser einschlafen, ja. (lacht) Jetzt schauen wir, was die kommenden Tage noch geht. In den Staffeln ist alles möglich. Fünf bis sechs Teams wollen aufs Podest. Wir sind definitiv eine davon.

INTERVIEW: MATHIAS MÜLLER

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