„Hängt es im Louvre auf“: Benfica zehrt noch immer vom ikonischen Torhütertor gegen Real – das Jose Mourinho mit diesem Balljungen feierte. © dpa / Armando Franca
Madrid – José Mourinho wählte seine Worte mit Bedacht. Kaum war das Wiedersehen zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid perfekt, zollte die Trainer-Ikone seinem Ex-Verein großen Respekt: „Wir haben den König bekommen“, sagte der 63-Jährige. Dabei waren er und sein neues Team doch diejenigen gewesen, die den König zuletzt vom Thron gestoßen hatten.
„Wir werden gegen den mit Sicherheit größten Anwärter auf den Titel spielen“, erklärte Mourinho nach der Auslosung Ende Januar. Für viele Fans fühlt sich das Duell wie ein Déjà-vu an, wenn die Königlichen am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) erneut auf die Mannschaft aus Lissabon treffen. Erst vor knapp drei Wochen hatte Mourinhos Team um Torhüter Anatolij Trubin den ganz großen Coup gelandet.
Beim spektakulären 4:2 in der Ligaphase entfaltete sich der ganze Wahnsinn des neuen Modus der Champions League. Trubin avancierte mit seinem Last-Second-Kopfball in der Nachspielzeit (90.+8) zum Helden. „Hängt es im Louvre auf“, schrieb Benfica im Netz zu einem Jubelfoto – der Treffer katapultierte die Portugiesen auf den letzten Drücker in die Play-offs und verdrängte Real Madrid aus dem sicher geglaubten Hafen der Top-Acht.
Auf der Gegenseite räumte Reals Trainer Alvaro Arbeloa resigniert ein: „Wir wussten, wo wir herkommen und wie schwierig es werden würde – und es war letztlich zu viel für uns. Wir haben viel zu verbessern.“ Die Aussicht auf eine schnelle Revanche dürfte den Königlichen dennoch gelegen kommen. In der Liga ist Madrid seit Wochen stabil und kämpft wieder um den Titel.
Zwischen all dem Trubel um die brisante Revanche halten sich zudem die Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des „Special One“ zu Real. Dank einer Klausel in seinem Vertrag könnte Mourinho den Verein nach Saisonende ohne Ablösesumme verlassen – eine Option, die ihn theoretisch wieder in die spanische Hauptstadt führen würde. Dennoch betont der Portugiese öffentlich seine Zufriedenheit in Lissabon.SID