Schwestern von der Winklmoosalm: Rose (l.) und Evi Mittermaier. © Picture Alliance/Istvan Bajzat
50 Jahre Olympische Spiele von Innsbruck, es gibt diverse Jubiläums-Treffen dieser Tage – eines fand im Skigebiet Axamer Lizum statt. Evi Mittermaier (73) fuhr die Pisten von damals mit der Kanadierin Kathy Kreiner (68), Siegerin im Riesenslalom, ab. Kreiner hatte den dritten Goldmedaillengewinn von Evis älterer und vor drei Jahren verstorbener Schwester Rosi verhindert. Rosi wurde Zweite in diesem Rennen, Evi Achte.
Bei einer Wiedersehensfeier der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft von 1976, die mit der Ski-Truppe eng verbunden war, erzählte Evi Mittermaier, wie sie durch den überwältigenden Erfolg ihrer Schwester „zum Helferlein degradiert“ wurde. Im Rosi-Hype wurde die heimische Winklmoos-Alm von Blumensträußen und Fanpost überschwemmt. Evi übernahm unter anderem das Schreiben von Autogrammen, wie sie nun erzählte: „Den Nachnamen Mittermaier hatte ich ja auch – und Rosi statt Evi, das habe ich hingekriegt.“ Wohl Hunderte Rosi-Autogramme gebe es von ihr, und wenn heutzutage ein Foto mit Original-Rosi-Schiftzug angeboten werde, denke ich mir: Au weh.“ Aber so ganz arg gefälscht war‘s ja nicht.
Geneidet hat sie Rosi deren exponierte Stellung nie. Heinz Mohr (78), der damalige Trainer der deutschen Ski-Damen, sagte: „Eigentlich war die Evi unsere Geheimfavoritin in der Abfahrt.“ Sie startete nach Rosi, und als sie erfuhr, dass diese mit Bestzeit unten angekommen war, weinte sie vor Glück, „sodass sie unter ihrer Brille nix gesehen hat“. Evi Mittermaier wurde 13. – und freute sich. Rosi und Evi strebten ihrer Schwester Heidi (85) nach, die 1964 bei Olympia auf der Axamer Lizum gefahren war.GÜK