Vergeblicher Kampf: Geiger blieb Platz 9. © Singer/EPA
Vinzenz Geiger stürmte mit Wut im Bauch durch die Loipe, auch Johannes Rydzek kämpfte wie ein Löwe, aber es half nichts: Nach einem bösen Absturz auf der Schanze haben die deutschen Kombinierer auch im zweiten Wettkampf der Winterspiele die erhoffte Medaille verpasst. „Das ist frustrierend. Auf der Schanze war es einfach zu schlecht“, sagte Peking-Olympiasieger Geiger.
Während der Norweger Jens Luraas Oftebro erneut Gold holte, sorgte Geiger als Neunter für das beste deutsche Ergebnis. Zum Podest fehlte aber auch ihm mehr als eine Minute. Auch Routinier Rydzek (10.) und der viermalige WM-Zweite Julian Schmid (12.) machten im Langlauf Boden gut, doch erstmals seit 2010 blieben die einstigen „Dominierer“ bei Winterspielen ohne Einzelmedaille.
Bei perfekten Bedingungen in der Loipe war die Hypothek des verpatzten Springens zu groß. „Die Medaillenplätze sind leider vergeben. Ob ich 30. werde oder Vierter, spielt bei Olympia kein Rolle“, sagte Geiger schon vor dem Start. Der 34 Jahre alte Rydzek, 2018 erster deutscher Olympiasieger von der Großschanze, fasste seinen letzten Einzelwettkampf bei Olympia kurz und knapp zusammen: „Schade Marmelade“.
Ein Coup wie in Peking, als Geiger 1:26 Minuten wettmachte und noch zu Gold stürmte, war diesmal nicht drin – auch, weil die Konkurrenz zu stark war. Allen voran Topfavorit Oftebro, der wie in der Vorwoche den Österreicher Johannes Lamparter auf Rang zwei (+5,9 Sekunden) verwies. Bronze ging an Ilkka Herola aus Finnland (+14,8). Oftebro schaffte damit ein seltenes Kunststück: Zwei Einzel-Goldmedaillen in einem Jahr hatte vor ihm nur der Finne Samppa Lajunen (2002) gewonnen.
Auf das Team von Bundestrainer Eric Frenzel wartet am Donnerstag eine letzte Chance. Im Teamsprint ist eine Medaille Pflicht, Winterspiele ohne Edelmetall hatten die DSV-Asse zuletzt 1998 erlebt. SID