Zum Traum im zweiten Anlauf

von Redaktion

Paller wäre 2016 fast dabei gewesen – aber auf dem Rad. © Insta

Bormio – Bei ihrer allerersten Skitour hatte Tatjana Paller plötzlich ein Problem. Am Gipfel angekommen, gelang es ihr nicht, die Bindung ihrer Skier zu öffnen – ein Fremder musste helfen. „So kompliziert ist das nicht“, betont Paller, und fügt selbstkritisch an: „Ich habe mich da einfach saudumm angestellt.“

Jahre später lässt sich zweifelsfrei sagen: Tatjana Paller hat dazugelernt. In Bormio wird sie bei den Olympischen Spielen an den Start gehen – als Deutschlands beste Skibergsteigerin. Sie erfüllt sich damit einen Traum, den sie schon vor zehn Jahren begraben hatte.

Tatjana Paller hat einen erstaunlichen Weg zurückgelegt. Im oberbayerischen Starnberg geboren, lernt sie das Skifahren schon als kleines Mädchen. Doch es zieht sie zum Radfahren, auf der Bahn gehört sie zu den Besten. 2016 ist sie als mögliche Ersatzfahrerin im Bahnrad-Vierer auf dem Sprung zu den Spielen in Rio – und scheitert knapp. „Das war kein Riesendrama“, erzählt Paller, „aber ich habe mich geärgert.“

2017 gewinnt sie bei der U23-Bahnrad-EM den Titel, doch fortan fühlt sie sich ausgebremst – wegen ihrer Angst, schwer zu stürzen. 2020 kehrt Paller in die Berge zurück. Und zu ihrem Hobby, dem Skibergsteigen. Sechs Jahre später ist sie mit ihrer neuen Leidenschaft erstmals bei Olympia dabei.

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