Eurosport-Runde mit Nössing, Becker und Hambüchen.
Hurra, jetzt haben wir auch den Segen von Stephanie Müller-Spirra für unsere launige kleine Fernsehkolumne. Die Steph hat gemeint: „Also ich finde, so kann’s gern weitergehen! Noch mehr davon!“ Da hat sie natürlich von uns geredet. Also geht’s hurtig voran – heute mit den lustigsten Menschen von Olympia und mit Pulverschnee-Schnorcheln.
– Claus Lufen: Der Kufen-Lufen vom Ersten hat bei Olympia den besten Job von allen. Er muss einfach nur am Eiskanal abhängen und jeden Tag 17 Medaillen vorlesen. Das ist so easy wie Regierungssprecher früher bei Franz Josef Strauß, wenn die CSU 81,3 Prozent geholt hat. Ohne die Lufi-Lorbeeren könnte Deutschland abreisen aus Italien. Dass ihn das massiv unter Erfolgsdruck setzt, lässt sich Claus Lufen nicht anmerken. Er steht da locker, hat drei alkoholfreie Weizenbier getrunken und schwärmt vom allerhöchsten Höhepunkt: „Gold, Silber, Bronze – wenn es Palladium gäbe, würden sie das auch noch gewinnen.“ So viel Begeisterung können wir brauchen in düsteren Zeiten. Es muss ein Lufen durch Deutschland gehen!
– Felix Neureuther: Die ARD-Allzweckwaffe kennt Gott und die Welt. Nach dem Lochner-Triumph hat er verraten: „Ich hab mit dem Hansi Elektroleitungen verlegt, bei seinem Papa im Laden.“ Wenn man den Felix nach der Fuchsbichler Bruni fragen würde, der Olympia-13. im Pulverschnee-Schnorcheln, würde er verkünden: „Die Bruni, des is die angeheiratete Nichte von der Erdkundelehrerin von der Miri.“ Sein Alpin-Beigeordneter Bernd Schmelzer ist aber auch eine Schau. Gestern hat er die Quersumme von 007 und 0815 gebildet und als Ski-Philosoph brilliert: „Es ist schwer, auf leichten Hängen schnell zu sein.“ Das musste auch die arme Lena Dürr erkennen. Schmelzers geschocktes Fazit: „Haken dran, Ende, Aus, Nikolaus.“
– Stephanie Müller-Spirra: Wir wissen nicht recht, was wir von der Stimme Thüringens halten sollen. Manchmal ist ihr robuster Humor sehr unterhaltsam. Selbstironie kann sie auch, wenn sie zugibt: „Bei mir flimmert’s irgendwie gefühlt ständig, auch im Kopf vor allem.“ Sie spricht gern über die Vermehrung deutscher Sportler und übers „Ausklamüsern“ von Ergebnissen. Wenn sie noch mehr Retro-Vokabular wie Mumpitz, Fisimatenten oder Kokolores auspackt, finden wir sie schnieke. Aber wissense, was ulkig ist? Während die Steph in Mainz aufgeregt raunt, dass bei Olympia Boris Becker gesichtet wurde, sitzt das BOBbele längst in Cortina im Eurosport-Studio und schwärmt vom Eiskanal. Die Öffis bei Olympia: Nur dabei statt mittendrin.
– ZDF-Texter: Wir beömmeln (O-Ton Müller-Spirra) uns über die Olympia-Ankündigungen im Zweiten. Dort heißt es: „Skeleton: Die perfekte Liegenschaft“ oder „Wird der Eiskanal zum Goldenen Canale Grande?“ Oder, etwas blutrünstig: „Skispringen: Runter kommen sie immer – nur wie?“ Wie wir hören, beschäftigt das ZDF dafür knapp 50 hochbezahlte Antextkünstler. Der oberbayerische Schanzenpoet Markus „Eisei“ Eisenbichler schafft das ganz allein. Er weiß: „Des Springers erste Pflicht – hocke deine Beine nicht!“ Und natürlich: „Das Singen und das Springen kann man nicht erzwingen.“ Der Markus, dieser Hallodri, würde sogar Stephanie Müller-Spirra erquicken.JÖRG HEINRICH