Also gut. Mann kommt ja nicht daran vorbei. Zumindest einmal während der Zeit hier in Cortina sollte man die Pizzeria eines der bekanntesten Gesichter des Ortes besuchen: Kristian Ghedina. Der heutige 56-Jährige gewann 13 Ski-Weltcups, darunter Kitzbühel, und drei WM-Medaillen. Endgültig berühmt machte ihn seine Grätsche am Zielsprung auf der Streif.
Wer in das Ristorante Al Passetto – zu Deutsch: am Durchgang – eintritt, den empfängt sofort die Gams, die Kitz-Siegetrophäe, und etliche Olympia-Fackeln. Hinter der Bar steht Ghedinas Onkel, an den er die Pizzeria im Moment verpachtet hat. Der Mann hat gut zu tun, denn die vielen kleinen Tische füllen sich rasend schnell. Auch die Pizza liegt nach wenigen Minuten parat. Geschmacklich ist sie in Ordnung, mehr aber nicht. Aber vielleicht stumpft man nach zwei Wochen Italien auch einfach ab.
Die eher kleine Zehn-Euro-Tiramisu lassen wir links liegen. Aber ein Espresso geht noch. Oder wie die Bedienung hier sagt: ein „Liscio“ – ein Kaffee ohne Zusätze wie Zucker, Milch oder Wasser. Die Rechnung kommt dann unaufgefordert. Und wenige Momente später die Ansage: „Wir benötigen euren Tisch.“
Wie sich herausstellt, wartet im Eingang das britische Skeleton-Duo Matt Weston und Tabitha Stoecker. Grundsätzlich mache ich für Olympiasieger gerne Platz. Italienische Gastfreundschaft sieht trotzdem anders aus.