Mit dem Antrieb aus München

von Redaktion

Hightech-Produkt: Der Schuh aus dem Hause BMW.

München – Save the best for last – heb Dir das Beste bis zum Schluss auf? Zumindest einige Athleten des deutschen Bob-Teams denken so, wenn sie auf die langjährige Partnerschaft mit BMW zurückblicken. Zur kommenden Saison zieht sich der Technologie-Experte aus dem Wintersport zurück, in Cortina aber macht er die deutschen Asse im Eiskanal noch einmal die entscheidenden Hundertstelsekunden schneller machen. Und zwar mit individualisierten Spike-Schuhen, die optimale Bedingungen für den Anschub bieten.

Die Liste derer, die in den olympischen Rennen nicht das bislang einzig auf dem Markt befindliche Modell eines Bobschuh-Herstellers, sondern sein ganz persönliches Paar Schuhe tragen möchten, ist prominent bestückt. So setzen Laura Nolte und auch Kim Kalicki auf BMW-Spikes. In der Männer-Konkurrenz geht Adam Ammour damit an den Start, zudem wird das Team Johannes Lochner quasi komplett von BMW in Schwung gebracht. Seine drei Anschieber Georg Fleischhauer, Torsten Margis und Jörn Wenzel vertrauen auf die neuen Möglichkeiten, die in den vergangenen vier Wochen im intensiven Austausch mit den Athleten entwickelt wurden.

Das Geheimnis: Im 3D-Druck hergestellte Spikeplatten, die – analog zu im Automobilbau seit 30 Jahren eingesetzten Verfahren – mit Schrauben an den Gewinden für Sommer-Spike-Schuhe befestigt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, eine aus Nylon gefräste Kunststoffsohle mit Edelstahlnägeln am Sprintschuh zu verkleben und zu vernieten. Der Härtegrad der Sohle kann individuell eingestellt werden. So muss sich niemand wie bisher in einen Prototypen-Schuh zwängen, sondern trägt, was er liebt – und schnell macht.

„Der entscheidende Vorteil ist, dass der Schuh einfach wie Arsch auf Eimer passt“, sagt Francesco Friedrich; Nolte ist sich sicher: „Mit den Schuhen sind wir gut vorbereitet für die Spiele, weil jeder das unter dem Fuß hat, in dem er sich wohlfühlt und in dem er gut performen kann.“ Ob es am Ende der Schuh war, der zu Medaillen führt, wird schwer zu ermitteln sein. Aber ein Teil des Edelmetalls wäre ihm gewiss.H. RAIF

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