Aufreger des Abends: Gianluca Prestianni (Mitte) im Dialog mit Vinicius Junior. © Lemos/dpa
Lissabon – Um Punkt Mitternacht meldete sich Vinicius Júnior dann selbst zu Wort. „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Hemd über den Mund ziehen, um zu zeigen, wie schwach sie sind“, schrieb der Starstürmer von Real Madrid mit etwas Abstand nach dem 1:0 (0:0) im Play-off-Hinspiel der Champions League bei Benfica Lissabon in seiner Instagram-Story.
Was sein Gegenspieler Gianluca Prestianni genau gesagt habe, verschwieg Vinicius in seinem Statement. Das hatten zuvor schon seine Teamkollegen übernommen. „Der Spieler mit der Nummer 25 hat Vini fünfmal als Affen bezeichnet. Das habe ich selbst gesehen“, wütete Kylian Mbappé laut spanischen Medienberichten in den Katakomben.
Vinicius hatte nach seinem Traumtor in der 50. Minute mit einem Tänzchen an der Eckfahne provokant vor den Benfica-Fans gejubelt, anschließend wurde der Brasilianer von Prestianni angegangen und offenbar beleidigt. Der Argentinier hielt sich dabei das Trikot vor den Mund, Vinicius stürmte daraufhin wild gestikulierend zu Schiedsrichter Francois Letexier, der das Spiel umgehend unterbrach. Erst nach zehn Minuten hitziger Diskussionen an der Seitenlinie ging es weiter.
Sogar ein Abbruch habe laut Mbappé im Raum gestanden: „Ich habe Vini gefragt, was er tun möchte. Was auch immer er tun möchte, wir werden es als Team tun. Wir werden Vini niemals im Stich lassen.“ Und Kollege Trent Alexander-Arnold meinte: „Es ist widerlich. Was heute Abend passiert ist, ist eine Schande für den Fußball.“
Für Benfica-Trainer José Mourinho steht hingegen Aussage gegen Aussage. „Vinicius sagte mir das eine, Prestianni sagte mir etwas anderes“, meinte der ehemalige Real-Coach und übte gleichzeitig Kritik am Brasilianer für dessen Jubel nach dem Treffer: „Vinicius schießt ein Tor, das nur er oder Mbappé erzielen können. Und dann sollte er von seinen Teamkollegen getragen werden und sich nicht mit 60 000 Zuschauern in diesem Stadion anlegen“. SID