So funktioniert Bayerns magisches Dreieck

von Redaktion

Schon 111 Scorerpunkte: Diaz, Olise und Kane jagen sogar die historische Rekordmarke des FC Barcelona

Extraklasse: Olise, Kane und Diaz (v.li.). © IMAGO

München – Eigentlich, so dachte man, hält dieser Rekord für die Ewigkeit: Ganze 204 Torbeteiligungen sammelten Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar in der Saison 2014/15 zusammengerechnet für den FC Barcelona. Im Durchschnitt war das Offensivtrio damals an 3,8 Treffern pro Partie beteiligt – und läuft in dieser Saison trotzdem Gefahr, eingeholt zu werden.

Mit Luis Diaz, Michael Olise und Harry Kane hat der FC Bayern in dieser Spielzeit eine Angriffsreihe, die tatsächlich auf ähnliche Zahlen kommt: Bereits 111 Scorerpunkte sammelten die drei Stürmer bislang (knapp 3,2 pro Spiel), sollten sie weiter in dieser Konstanz treffen und vorlegen, hätten sie eine realistische Chance auf den Scorer-Rekord. In Europa sind sie der Konkurrenz zumindest in dieser Saison schon weit enteilt. Ihre Geheimnisse:

Kürzere Wege zum Tor: Mit Diaz hat der FCB ein echtes Pressing-„Monster“ verpflichtet. Der Kolumbianer glänzte schon beim FC Liverpool, für Vincent Kompany ist er daher elementar wichtig im Gegenpressing – und hebt sich von seinen Vorgängern Sané und Coman ab, die weniger Ballgewinne verbuchten. Weil Diaz aber 90 Minuten lang hoch anläuft und die Gegenspieler unter Druck setzt, erobert sein Team Bälle in gefährlicheren Zonen und kommt direkt vors Tor.

Klare Struktur beim Verschieben: Sané und Coman hatten auf den Flügeln oft starre Einteilungen: Wenn Sané links und Coman rechts stürmte, blieben beide gern auf den Außen, um zu flanken. Umgekehrt zogen beide in die Mitte, wenn sie auf der anderen Seite aufliefen. Diaz‘ und Olises Rollen sind hingegen flexibler: Beide rücken erst ins Zentrum, wenn das Spiel vorher auf die gegenüberliegende Seite verschoben wurde. Dadurch bieten sich für die Außenverteidiger Konrad Laimer und Davies die Möglichkeiten, zu hinterlaufen und für Überzahlsituationen zu sorgen.

Harmonie im Teamgefüge: Kommt der Erfolg, kommt auch die gute Stimmung. Der Dreiersturm schätzt sich und betont das auch öffentlich. Luis Diaz schwärmte bei Sky über seine Angriffskollegen: „Sie sind technisch wirklich spektakulär“ Über Olise sagte er: „Michael zerstört dich im Eins-gegen-eins“.

Kane ohne Allüren: Falls es offensiv mal nicht läuft, lässt sich Kane tief fallen und kurbelt das Spiel einfach selbst an. Die Verteidiger folgen ihm – und Kane setzt Olise und Diaz in Szene, die in die dadurch entstandenen Freiräume starten.V. TSCHIRPKE, M. BONKE, P. KESSLER

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