Eine schöne Postkarte aus Mailand

von Redaktion

Bernd Haake zu seinen DEL-Zeiten. © Imago

Postkarten – sie werden noch geschrieben und verschickt.

Post in der Redaktion. Also richtige. Keine Mail, sondern Handgeschriebenes. Oft ist das ein schlechtes Zeichen: Da hat jemand sich über die Zeitung so empört, dass er sich hingesetzt und seine Gefühle mit Unwiderruflichkeit zu Papier gebracht hat.

Doch dieses Schreiben ist höchst erfreulich: eine Postkarte aus Mailand, der Olympiastadt. Von einem alten Bekannten – der sich als sozusagen offizieller Olympia-Teilnehmer meldet und „viele Grüße“ schickt.

Der Verfasser der netten Zeilen ist Bernd Haake. Eine Institution im Eishockey. Er war mal Gymnasiallehrer, folgte aber in den 70er-Jahren seiner Passion und wurde Eishockey-Trainer. In Deutschland hatte er einige Assistentenstellen: bei der Nationalmannschaft, den Kölner Haien, den Iserlohn Roosters. International war er unterwegs in Spanien, Italien und zuletzt zehn Jahre in Litauen, als Nationaltrainer. Vor gut zwei Jahren hatte er seine Karriere für beendet erklärt. Da war er 78 und sagte: „Wenn ich noch mal was mache, dann in Südtirol.“

Und jetzt, mit 80, grüßt er aus Milano. Er arbeitet(e) dort als „Team Host“ der dänischen Eishockey-Mannschaft. Das ist Usus: Bei einem großen Turnier bekommt jedes Team einen Ansprechpartner zugeteilt; bei WMs in Deutschland hat er sich immer um die Kanadier gekümmert. Auch bei anderen Großereignissen trafen wir Bernd Haake: Bei der Fußball-EM 2008 war er in Klagenfurt Fahrer für die VIPs, bei der WM 2010 in Südafrika Volunteer.

Bernd lässt wissen, dass er in seinem neunten Lebensjahrzehnt wieder im Geschäft ist: „Seit September bin ich Nationaltrainer für U20 und Damen in Mexiko.“ Er berichtet von einem Turnier in Kirgisien („Wir haben Bronze gewonnen“) und dass im April in Hongkong eine Frauen-WM (Division II, Gruppe B) in Hongkong ansteht.

„Wir haben eine möblierte Wohnung in Mexiko City. Es gibt 14 Eishallen!“, schreibt er. Und diese Botschaft lässt keinen Zweifel, dass einer sein Leben genießt. Grüße zurück nach Milano, dann nach Mexiko und demnächst Hongkong, lieber Bernd.GÜNTER KLEIN

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