Eintracht-Aufsichtsrat Mathias Beck. © Dedert/dpa
Cortina/München – Mathias Beck machte sich bereits vergangenes Wochenende auf in Richtung Süden. Allerdings stoppte der Frankfurter Aufsichtsratsvorsitzende noch nicht in München, wo die Eintracht am Samstag in der Fußball-Bundesliga gastiert, sondern fuhr weiter bis nach Cortina. Die weite Anreise sollte sich lohnen, denn am Dienstag war er live dabei, als Bobpilot Adam Ammour die Bronzemedaille einfuhr. „Wir sind super stolz. Die Eintracht ist das erste Mal bei Olympischen Winterspielen vertreten. Da fährt man gerne zehn Stunden hierher“, sagte Beck unserer Zeitung.
Zu den Sommerspielen nach Paris sandte der hessische Club sieben Teilnehmer, in Norditalien sind drei Eintrachtler im Ammour-Team. „Wir sind der weltweit größte Mehrsportarten-Verein mit einer angeschlossenen Profifußballmannschaft“, erklärt Beck. Man wolle Spitzensport fördern und nicht nur die Kicker. Im Winter konzentriert sich die Eintracht auf den Bobsport und baute dafür extra eine Anschubbahn – die vierte überhaupt in Deutschland –, angesiedelt im Leistungszentrum der Leichtathleten.
Auch der FC Bayern hatte einst eine erfolgreiche Bobabteilung. Lorenz Nieberl († 1968) wurde Weltmeister im Zweier und Vierer. Bei den Olympischen Spielen in Oslo 1952 gewann der Pfundskerl – Nieberl wog rund 248 Pfund (124 Kilogramm) – als Bremser im Bob „Cognac“ von Pilot Anderl Ostler ebenfalls Gold.
Während die Eintracht heute auf dem Eis die Nase vorn hat, gehen die Münchner auf dem Rasen als Favorit in das oft turbulente Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine. Daran ändert auch der hessische Aufschwung unter Neu-Trainer Albert Riera (3:0 gegen Gladbach) nichts. Das weiß auch Mathias Beck, ohne von vornherein klein beizugeben.
„Wir wissen um die Dominanz der Bayern in dieser Saison und freuen uns auf das traditionsreiche aufeinandertreffen“, sagt Beck, der vom neuen Coach einen „sehr guten“ Eindruck hat. Was die Ziele für die restliche Saison angeht, hat sich nichts geändert: „Wir haben immer gesagt, dass wir europäisch spielen wollen, daran halten wir fest.“MM, HLR