Der Medaillen-Burger von Lou Jeanmonnot. © Instagram
Nicht ihre Spiele: Franziska Preuß. © Schmidt/dpa
Antholz – Franziska Preuß tauchte ab. Nach dem nächsten Kapitel ihres olympischen Albtraums wurde es lange still um die Bayerin, zu niederschmetternd war ihr erneutes Drama am Schießstand in der Staffel der Biathletinnen. Vor dem abschließenden Massenstart in Antholz ist Deutschlands Sportlerin des Jahres am emotionalen Tiefpunkt angekommen – es droht ein unrühmliches Ende einer bemerkenswerten Karriere.
Und so dauerte es über 24 Stunden, bis sich Preuß mit emotionalen Worten erstmals an die Öffentlichkeit wandte. Es sei „kein schöner Tag“ gewesen, sagte sie nach dem vierten Platz des DSV-Quartetts: „Gerade bei einer Staffel ist das immer besonders hart. Mir tut es wahnsinnig leid für die anderen drei Mädels und auch für das ganze Team.“
Entsprechend sei „die Stimmung natürlich nicht besonders gut“ gewesen, ergänzte Preuß, „und man braucht auch einfach ein bisschen Zeit, um das zu verdauen. Vor allem, weil ich den ganzen Winter schon mit solchen Situationen kämpfe.“ Sie probiere „jedes Mal wieder etwas Neues“ – und trotzdem „ist es dann oft wie ein Blackout, sobald ich auf der Matte stehe“, meinte sie: „Das ist natürlich nicht schön und tut weh.“
Auch wenn sich bei der 31-Jährigen, die an Position zwei statt als Schlussläuferin die Staffel bestritten hatte, die mentalen Probleme am Schießstand nahtlos fortsetzten, ist der Rückhalt aus der Mannschaft groß – ebenso wie der Glaube, dass das bislang bittere Drehbuch ihrer letzten Winterspiele doch noch ein Happy End erhalten kann.
Gerade wegen der vielen Rückschläge in Antholz „ist es uns wichtig, dass sie jetzt den Resetknopf drückt, der Massenstart steht noch an“, sagte Frauen-Bundestrainer Kristian Mehringer mit Blick auf das abschließende Medaillenrennen am Samstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport). Dafür forderte Mehringer ein anderes Mindset: „Vielleicht mal ohne große Erwartungshaltung angehen, eher mehr genießen.“
Preuß habe „oftmals so eine ähnliche Situation gehabt, dass sie zumindest für ihren Anspruch nicht das geliefert hat, was sie liefern wollte“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling. Sie habe sich aber auch schon „ein paar Mal ausgegraben aus so einem kleinen Loch, hat sehr gut reflektiert, analysiert und sich dann wirklich super professionell wieder vorbereitet auf den nächsten Wettkampf“. Darauf hofft Bitterling nun erneut.
Die Topnationen wie Norwegen oder Frankreich gehen mit reichlich Selbstvertrauen in die Massenstarts. Siehe Lou Jeanmonnot, die sich einen „Medaillenburger“ baute.SID