So sollte es doch sein: Katrin Müller-Hohenstein hebt ab vor Begeisterung.
Es hilft nichts. Das ZDF muss jetzt auch bei Olympia mit KI-Bildern für bessere Stimmung sorgen – so wie zuletzt im Heute-Journal. Wir stellen uns das so vor: KMH hüpft völlig losgelöst durchs Studio in Mainz, mit Skiern in der Hand – und feiert die deutsche Gold-Flut im Langlauf, im Biathlon und überall sonst auch. Sie bejubelt Platz 1 im Medaillenspiegel: „Im Wintersport sind wir auf Jahre hinaus unschlagbar! Norwegen, go home!“ Dann reißt sie sich den Norweger-Pulli vom Leib, hat aber gottlob ein Franzi-Preuß-Jubel-Shirt darunter.
Der Katrin-Knaller wäre so wichtig. Denn in Wahrheit sinkt mit jedem Misserfolg die Stimmung. Deutschland hat die Trauer-Power, den Biathlon-Blues. Hier folgt auf den Aschermittwoch übergangslos der Karfreitag. Alle komplett niedergeschlagen. Ein Land wie Axel Schulz. Wir haben das „Worst of“ der TV-Bundesträner.
– Der ZDF-Unkenrufer: Am Aschermittwoch hat alles so gut angefangen. Schnuckiputzi-Coletta Rydzek stürmt zu Langlauf-Bronze. Hurra-Heiko Klasen springt bei seinem Kommentar vor Freude aus dem Fernseher: „Coletta, du bist unsere Langlauf-Göttin!“ Doch dann stürzen die Götter aus dem Snowlymp. Lena, Franzi, Eishockey-Leon – alles aus. „Es war hart, zuzuschauen. Lena Dürr, das bricht mir wirklich das Herz. Man leidet hier aus der Distanz so sehr mit“, barmt Unkenrufer Jochen Breyer, der Kassandro vom Lerchenberg. KMH erkennt die bittere Wahrheit: „Es sind einfach andere besser.“ (Außer beim Bobfahren).
– Das Dürr-Drama: Der ansonsten stets frohgemute Bernd Schmelzer riecht die Medaille schon, als Lena Dürr als Zweite ins Slalom-Finale geht. Er spürt im ARD-Stream: „Gestern waren wir Bob, jetzt sind wir Lena!“ Und dann sind wir raus, am ersten Tor. „Nach so vielen Jahrzehnten im alpinen Skisport fehlen mir die Worte“, klagt der BR-Routinier wortreich.
– Fluch doch, Büxi: Wahrscheinlich hat es ZDF-Kollege Marco „Büxi“ Büchel verbockt. Er droht beim Lena-Losfahren: „Ich bin zuversichtlich. Lena, greif zu!“
Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn Büxi zuversichtlich ist. Und so kommt es, wie es kommen muss bei den Olympischen Spielen im Deprimiertsein. „Mein Gott, wie gerne würde ich jetzt fluchen“, hadert der labil leidende Liechtensteiner. Ja, dann fluch doch endlich, Büxi! Läck mi kreizweis! Kruzitürgga, i hätt im Hüttli bliiba sölla! Du muesch nöd döt eifädla! „Das war keine gute Stunde für Team D“, verzagt Katrin. D wie depressiv.
– Das Franzi-Fiasko: Wieder das verdammte Stehendschießen! S’verdammt Schtoa-Schiassa scho wied’r, wie Büxi wettern würde, wenn das Biathlon-Büchsi partout nicht treffen will. Sigi Heinrich ist bei Eurosport am ergreifendsten entsetzt: „Franzi, nicht!“ Franzi, doch! Bitteres Fazit: „Franzi Preuß ist in der Strafrunde. Das ist ja mörderisch. Sie zerstört sich irgendwie selber gerade.“ Sein getreuer Experte Michael Rösch ist nervlich auch am Limit: „Ich musste erst mal wieder hochklettern, ich war am Boden zerstört.“ Es macht einen krank, dieses Drama in den Bergen. Franzi auf der Alm sick. Wir fordern hiermit ein sofortiges Eingreifen des künstlich intelligenten ZDF! Feier mit Breyer! Alles wird better mit Coletta! Her mit der Katrin-Intelligenz!JÖRG HEINRICH