Sieger in der Blech-Wertung

von Redaktion

Den Goldmedaillen vergangener Spiele hechelt Team Deutschland hinterher

Medaillenspiegel 2026.

Medaillenspiegel 2018.

Medaillenspiegel 2022.

Mailand – Deutschland und Olympische Winterspiele? Das war lange eine Erfolgsgeschichte. Doch in Italien nimmt sie ein jähes Ende. Sowohl 2018 (Pyeongchang) als auch 2022 (Peking) waren die Deutschen die zweitbeste Nation. Man muss kein Pessimist sein, um zu prognostizieren: Das packen wir nicht mehr!

Der Blick auf den Medaillenspiegel? Ernüchternd! Aktuell ist Deutschland Vierter. 21-mal Edelmetall steht zu Buche. Darunter nur sechsmal Gold. Zum Vergleich: In Südkorea holte Team Deutschland starke 14 Goldmedaillen, in China standen unsere Athleten noch zwölfmal ganz oben. Beides unerreichbar. Realistische Chancen auf Olympiasiege hat Deutschland am letzten Wochenende – wie so oft – im Eiskanal: Im Zweierbob (Frauen) und Viererbob (Männer) als Topfavoriten. Ein Lichtblick für die leidgeprüften Fans.

Eines haben die zwei Olympia-Wochen deutlich gezeigt: Die Topnationen um Norwegen haben Deutschland abgehängt. Dieses Wort will Olaf Tabor nicht hören. „Dass wir abgehängt werden, kann ich so nicht stehen lassen“, sagte der Chef de Mission in Mailand trotzig. Dabei räumte der Leistungssport-Vorstand des DOSB aber auch ein, dass einige Sportarten „ihre Potenziale nicht abgerufen“ hätten.

Ist ein Ende des olympischen Negativtrends in Sicht? Sven Hannawald glaubt nicht daran. Der ehemalige Weltklasse-Skispringer sieht ein Mentalitätsproblem, das schon beim Nachwuchs beginnt: „Die Kinder lernen nicht mehr, was verlieren bedeutet“, kritisierte er in der ARD. Bei den Bundesjugendspielen bekäme jeder eine Urkunde und eine Medaille. „Das geht mir schon auf den Zeiger.“

Immerhin in einer Rangliste sind die Deutschen aber noch spitze – leider ist es nur die Blech-Wertung. Zwölfmal landete Team Deutschland bislang auf Platz vier. Da schlagen wir sogar mal die Norweger, die neunmal auf dem ungeliebten Rang landeten (Frankreich achtmal). Die Qualität in der Breite ist also noch vorhanden, die letzten Prozentpunkte fehlen aber oft. Oder eben die Nervenstärke in den entscheidenden Momenten. TSCH

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